Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Farcry: Götterdämmerung


Statistiken
  • 6586 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Frank Drehmel

Farcry: Götterdämmerung Für mich stand außer Frage, dass in meiner Buch-Bilanz des Jahres 2007 Miyabi Hasegawas Final-Fantasy-Machwerke unangefochten die letzten Plätze auch im Dezember erfolgreich verteidigen würden, denn mit so etwas wie “Farcry - Götterdämmerung” konnte man ernsthaft eigentlich nicht rechnen. Glückwunsch, Frau Miyabi! Es gibt tatsächlich einen Autor, der schreibt noch schlechtere Bücher als Sie: ein Neue-Medien-und-Allround-Genie namens Michael T. Bhatty, in dessen Vita an einer Stelle sogar ein Doktortitel in - höhöhö, ich habe es gleich geahnt - Medienwissenschaften auftaucht. 278 Seiten hirnloses, unplausibles, todlangweiliges, vorhersehbares Metzeln, Morden, Töten, Vergewaltigen, Foltern, Quälen und Macho-Phrasen-Dreschen lassen die Eier selbst des größten Testosteron-Junkies platzen. Zugegeben, Bhatty hat in stilistischer Hinsicht mehr auf dem Kasten als eine Hasegawa - irgend etwas sollte man aus seiner akademische Ausbildung in Deutschland ja mitgenommen haben, und sei es nur ein geschickter Umgang mit Präteritum und Präsenz - , doch dieser kleine Vorteil gegenüber der relativ harmlosen Kleinkinder-Fantasy verblasst angesichts der völlig hirnrissigen, durch und durch gewalttätigen 08/15-Ego-Shooter-Story: “zufällig” Equipment (Waffen, Drogen, Teewurst) finden, mehr oder weniger plausible Teil-Missionen erfüllen und Legionen von Mutanten, irren Forschern und übellaunigen Söldner abschlachten. Jack Carvers Boot wird des Nachts vor einer kleinen Insel im Pazifik von um äußerste Geheimhaltung bemühten Söldnern ganz unauffälligerweise mittels einer Stinger-Rakete und unzähliger Granaten versenkt. Die Journalistin Valerie “Val” Constantine, in deren Auftrag er vor dem Eiland rumschipperte, geht bei dieser Aktion flöten, während Jack sich nach orientierungslosem Vor-sich-hin-Tauchen in unbekannten Gewässern zufälligerweise in einem alten Bunker aus dem zweiten Weltkrieg wiederfindet. Spätestens ab dem Zeitpunkt, als unser Held hier auf einem alten Karten-Tisch ein niegelnagelneues Kommunikationsgerät findet (also auf Seite 18 des Romans), über welches sich ein gewisser Harlan Doyle mit ihm in Verbindung setzt, sollte dann auch dem optimistischstem Leser klar sein, dass Bhattys Roman im Punkt Plausibilität nicht über ein durchschnittliches Shooter-Exposé hinausgeht. Was nun folgt, ist alles in allem so soapy, dass es fast schon lustig wäre, wenn nicht die Brutalität dem Ganzen solch ein üblen Geschmack verleihen würde: Doyle lotst Craver von Insel zu Insel, Mission zu Mission - suche ein Boot, dringe in die Forschungseinrichtung ein, schalte die Kommunikationsanlage aus, uswusf. - mit dem Ziel, Val zu befreien und gleichzeitig die genetischen Experimente eines Nazi-Wissenschaftlers (^^), dem die Schöpfung von Mutanten - sogeannter Trigene - gelungen ist, zu unterbinden. Immerhin bemüht sich der Autor, seinem Protagonisten, Carver, durch geradezu exzessiv eingestreute Rückblenden und dem ständigen Zitieren einer “Inneren Stimme” mehr Tiefe zu verleihen. Letztlich jedoch münden diese Versuche erstens in einer nervtötenden Störung des Leseflusses und zweitens in der Erkenntnis, dass Carver schon immer ein sadistisches, gewalttätiges Arschloch war, auf das Rüdiger Hoffmans “Testosteron ist mein Hormon, ich habe schlichte Emotion.” wie die Faust aufs Auge passt. Fazit: Testosteron triefender, todlangweiliger Macho-Müll für grenzdebile, männliche (Spät)Pubertierende mit Identitätskrise. Kein Zweifel: Farcry-Fans werden den Roman dennoch - oder deswegen - lieben..

Für mich stand außer Frage, dass in meiner Buch-Bilanz des Jahres 2007 Miyabi Hasegawas Final-Fantasy-Machwerke unangefochten die letzten Plätze auch im Dezember erfolgreich verteidigen würden, denn mit so etwas wie “Farcry - Götterdämmerung” konnte man ernsthaft eigentlich nicht rechnen.

weitere Rezensionen von Frank Drehmel


Glückwunsch, Frau Miyabi! Es gibt tatsächlich einen Autor, der schreibt noch schlechtere Bücher als Sie: ein Neue-Medien-und-Allround-Genie namens Michael T. Bhatty, in dessen Vita an einer Stelle sogar ein Doktortitel in - höhöhö, ich habe es gleich geahnt - Medienwissenschaften auftaucht.

278 Seiten hirnloses, unplausibles, todlangweiliges, vorhersehbares Metzeln, Morden, Töten, Vergewaltigen, Foltern, Quälen und Macho-Phrasen-Dreschen lassen die Eier selbst des größten Testosteron-Junkies platzen.

Zugegeben, Bhatty hat in stilistischer Hinsicht mehr auf dem Kasten als eine Hasegawa - irgend etwas sollte man aus seiner akademische Ausbildung in Deutschland ja mitgenommen haben, und sei es nur ein geschickter Umgang mit Präteritum und Präsenz - , doch dieser kleine Vorteil gegenüber der relativ harmlosen Kleinkinder-Fantasy verblasst angesichts der völlig hirnrissigen, durch und durch gewalttätigen 08/15-Ego-Shooter-Story: “zufällig” Equipment (Waffen, Drogen, Teewurst) finden, mehr oder weniger plausible Teil-Missionen erfüllen und Legionen von Mutanten, irren Forschern und übellaunigen Söldner abschlachten.

Jack Carvers Boot wird des Nachts vor einer kleinen Insel im Pazifik von um äußerste Geheimhaltung bemühten Söldnern ganz unauffälligerweise mittels einer Stinger-Rakete und unzähliger Granaten versenkt. Die Journalistin Valerie “Val” Constantine, in deren Auftrag er vor dem Eiland rumschipperte, geht bei dieser Aktion flöten, während Jack sich nach orientierungslosem Vor-sich-hin-Tauchen in unbekannten Gewässern zufälligerweise in einem alten Bunker aus dem zweiten Weltkrieg wiederfindet. Spätestens ab dem Zeitpunkt, als unser Held hier auf einem alten Karten-Tisch ein niegelnagelneues Kommunikationsgerät findet (also auf Seite 18 des Romans), über welches sich ein gewisser Harlan Doyle mit ihm in Verbindung setzt, sollte dann auch dem optimistischstem Leser klar sein, dass Bhattys Roman im Punkt Plausibilität nicht über ein durchschnittliches Shooter-Exposé hinausgeht.

Was nun folgt, ist alles in allem so soapy, dass es fast schon lustig wäre, wenn nicht die Brutalität dem Ganzen solch ein üblen Geschmack verleihen würde: Doyle lotst Craver von Insel zu Insel, Mission zu Mission - suche ein Boot, dringe in die Forschungseinrichtung ein, schalte die Kommunikationsanlage aus, uswusf. - mit dem Ziel, Val zu befreien und gleichzeitig die genetischen Experimente eines Nazi-Wissenschaftlers (^^), dem die Schöpfung von Mutanten - sogeannter Trigene - gelungen ist, zu unterbinden.

Immerhin bemüht sich der Autor, seinem Protagonisten, Carver, durch geradezu exzessiv eingestreute Rückblenden und dem ständigen Zitieren einer “Inneren Stimme” mehr Tiefe zu verleihen. Letztlich jedoch münden diese Versuche erstens in einer nervtötenden Störung des Leseflusses und zweitens in der Erkenntnis, dass Carver schon immer ein sadistisches, gewalttätiges Arschloch war, auf das Rüdiger Hoffmans “Testosteron ist mein Hormon, ich habe schlichte Emotion.” wie die Faust aufs Auge passt.

Fazit: Testosteron triefender, todlangweiliger Macho-Müll für grenzdebile, männliche (Spät)Pubertierende mit Identitätskrise. Kein Zweifel: Farcry-Fans werden den Roman dennoch - oder deswegen - lieben..

geschrieben am 03.01.2008 | 458 Wörter | 3046 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (3)

Platz für Anregungen und Ergänzungen