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Tante Inge haut ab


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Rezension von

Blumen Fee'57

Tante Inge haut ab Es ist das erste Buch dieser Autorin, das mir aufgrund eines doch recht witzig erscheinenden Titels auffiel. Ich dachte mir, da muss doch mehr dahinter stecken, wenn jemand einem Roman einen so ein bisschen profanen Titel gibt, der auf eine doch vermeintliche Familienidylle und ihre Störungen hinweisen will. Und so war es dann auch. Zu Beginn des Buches kommt zunächst eine Frau Mitte Vierzig mit ihrem neuen Lebenspartner auf Sylt an, um in der Vorsaison abseits von großen Touristenströmen herauszufinden, ob sie ihr zweites Glück gefunden hat. Die Figur der Christine ist von Dora Heldt fein gezeichnet- eine Frau, die nach einer ersten gescheiterten Ehe nun in einer Fernbeziehung wieder einen Partner gefunden hatte. Der Urlaub sollte für beide eine kleine Probe sein. Beide träumten von unbeschwerten Tagen auf Sylt mit der Bequemlichkeit des Familienanschlusses verbunden. Aber weit gefehlt! Der Urlaub des vergangenen Jahres hätte sie eines Besseren belehren sollen. Mitten in die Vorfreude hinein platzt eine Frau, die auf dem Bahnsteig so aussieht wie Tante Inge- welcher Schreck- sie war es wirklich. Sie sah mit ihrem schicken roten Hut aber eben nicht mehr so aus wie die brave Dortmunder Frau eines pensionierten Steuerbeamten, der sein Leben mit trockenen Zahlen, Steuererklärungen und deren Möglichkeiten, gewisse Einsparungen zu erzielen sowie mit Sportreportagen im Fernsehen verbrachte. Tante Inge stammt von der Insel Sylt, wo auch ihr stets um sie besorgter Bruder wohnt. Nun nimmt die Geschichte schnell ihren Lauf und Lachtränen kann man dabei schon mal kriegen. Dora Heldt versteht es, auf eine nette Art mit einem Augenzwinkern typische Charaktere in der Lebensmitte und der Zeit des Rentnerlebens zu skizzieren. Da ist eine Frau, die eine neue Selbständigkeit erlangt und sich das Recht nimmt, zuerst selbst über eine Entscheidung nachzudenken, wohl wissend, warum sie die Familie da erst einmal heraushält, die selbst kriminellen Machenschaften trotzt und es so schafft, wieder in die alte geliebte Heimat zurückzukehren mit einer neuen Aufgabe für sich und für ihren Ehemann, der in letzter Zeit aus Langeweile kränkelte- sehr wohl treffend von ihr erkannt. Daneben gibt es die Riege der Ehemänner, eine Skatrunde, die es in sich hat und nun lernen muss, auch auf eigenen Füßen zu stehen. Sie können einem manchmal schon leid tun. Die Autorin verschont sie wirklich nicht. Aber Vieles ist so nett und freundlich geschrieben, dass man darüber schmunzeln kann und sich vielleicht manch ein ebenbürtiger Ehemann geneigt sieht, sich hier in einem Spiegel zu erkennen. Eine markante Figur ist Renate, eine Frau, die sich damit beschäftigt, ihren geschiedenen Ehemann auszunehmen, und versucht, dringend einen neuen Partner zu finden- pardon einen neuen Geldgeber. Zu schade in ihren Augen, dass das unsere Herren der Skatrunde nicht ausreichend zu schätzen wissen. Aber sie bekommt zum Schluss ihre Chance- auch wenn sie dann vielleicht ein wenig von ihrem hohen Ross herabsteigen muss. Die Sprache der Autorin ist leicht, locker- man hat das Gefühl, immer ein Lächeln auf den Lippen der Autorin zu sehen. Solche Lektüre lobe ich mir, und ich bin sonst auch durchaus Freundin von richtig harten Krimis. Ich freue mich, dass es Autoren gibt, die uns Geschichten schreiben, die zu unserem Alltag gehören, ohne Tote und Schwerverletzte. Dieses Buch wird sicher in diesem Sommer ein Renner. Dabei gibt Dora Heldt uns durchaus eine Aufgabe, über uns selbst nachzudenken- aber dies tut sie mit einem charmanten Augenzwinkern. Allen Lesern des Buches wünsche ich viel Spaß bei der Lektüre.

Es ist das erste Buch dieser Autorin, das mir aufgrund eines doch recht witzig erscheinenden Titels auffiel. Ich dachte mir, da muss doch mehr dahinter stecken, wenn jemand einem Roman einen so ein bisschen profanen Titel gibt, der auf eine doch vermeintliche Familienidylle und ihre Störungen hinweisen will. Und so war es dann auch. Zu Beginn des Buches kommt zunächst eine Frau Mitte Vierzig mit ihrem neuen Lebenspartner auf Sylt an, um in der Vorsaison abseits von großen Touristenströmen herauszufinden, ob sie ihr zweites Glück gefunden hat. Die Figur der Christine ist von Dora Heldt fein gezeichnet- eine Frau, die nach einer ersten gescheiterten Ehe nun in einer Fernbeziehung wieder einen Partner gefunden hatte. Der Urlaub sollte für beide eine kleine Probe sein. Beide träumten von unbeschwerten Tagen auf Sylt mit der Bequemlichkeit des Familienanschlusses verbunden. Aber weit gefehlt! Der Urlaub des vergangenen Jahres hätte sie eines Besseren belehren sollen. Mitten in die Vorfreude hinein platzt eine Frau, die auf dem Bahnsteig so aussieht wie Tante Inge- welcher Schreck- sie war es wirklich. Sie sah mit ihrem schicken roten Hut aber eben nicht mehr so aus wie die brave Dortmunder Frau eines pensionierten Steuerbeamten, der sein Leben mit trockenen Zahlen, Steuererklärungen und deren Möglichkeiten, gewisse Einsparungen zu erzielen sowie mit Sportreportagen im Fernsehen verbrachte.

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4
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5
10.11.2009

Tante Inge stammt von der Insel Sylt, wo auch ihr stets um sie besorgter Bruder wohnt. Nun nimmt die Geschichte schnell ihren Lauf und Lachtränen kann man dabei schon mal kriegen.

Dora Heldt versteht es, auf eine nette Art mit einem Augenzwinkern typische Charaktere in der Lebensmitte und der Zeit des Rentnerlebens zu skizzieren. Da ist eine Frau, die eine neue Selbständigkeit erlangt und sich das Recht nimmt, zuerst selbst über eine Entscheidung nachzudenken, wohl wissend, warum sie die Familie da erst einmal heraushält, die selbst kriminellen Machenschaften trotzt und es so schafft, wieder in die alte geliebte Heimat zurückzukehren mit einer neuen Aufgabe für sich und für ihren Ehemann, der in letzter Zeit aus Langeweile kränkelte- sehr wohl treffend von ihr erkannt. Daneben gibt es die Riege der Ehemänner, eine Skatrunde, die es in sich hat und nun lernen muss, auch auf eigenen Füßen zu stehen. Sie können einem manchmal schon leid tun. Die Autorin verschont sie wirklich nicht. Aber Vieles ist so nett und freundlich geschrieben, dass man darüber schmunzeln kann und sich vielleicht manch ein ebenbürtiger Ehemann geneigt sieht, sich hier in einem Spiegel zu erkennen. Eine markante Figur ist Renate, eine Frau, die sich damit beschäftigt, ihren geschiedenen Ehemann auszunehmen, und versucht, dringend einen neuen Partner zu finden- pardon einen neuen Geldgeber. Zu schade in ihren Augen, dass das unsere Herren der Skatrunde nicht ausreichend zu schätzen wissen. Aber sie bekommt zum Schluss ihre Chance- auch wenn sie dann vielleicht ein wenig von ihrem hohen Ross herabsteigen muss.

Die Sprache der Autorin ist leicht, locker- man hat das Gefühl, immer ein Lächeln auf den Lippen der Autorin zu sehen. Solche Lektüre lobe ich mir, und ich bin sonst auch durchaus Freundin von richtig harten Krimis. Ich freue mich, dass es Autoren gibt, die uns Geschichten schreiben, die zu unserem Alltag gehören, ohne Tote und Schwerverletzte. Dieses Buch wird sicher in diesem Sommer ein Renner. Dabei gibt Dora Heldt uns durchaus eine Aufgabe, über uns selbst nachzudenken- aber dies tut sie mit einem charmanten Augenzwinkern. Allen Lesern des Buches wünsche ich viel Spaß bei der Lektüre.

geschrieben am 09.07.2009 | 563 Wörter | 3045 Zeichen

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Rezension von

Jennifer Küppers

Tante Inge haut ab Christine, Mittvierzigerin, träumt von einem romantischen Urlaub mit ihrem Freund Johann auf Sylt. Zwei Wochen Zeit für die beiden, die eine Fernbeziehung führen und sich sonst nur am Wochenende treffen. Nebenbei soll Johanns Eindruck von Christines Familie revidiert werden. Die erste Begegnung mit Christines Vater ging nämlich gründlich daneben (vgl. Urlaub mit Papa). Doch auch diesmal scheint ein ruhiger Urlaub beinahe unmöglich, denn als Christine Johann vom Bahnhof abholen möchte, trifft sie auf ihre resolute, 64-jährige Tante Inge, die für einige Wochen zu einer Freundin auf Sylt ziehen möchte, um ihr Leben zu verändern. Ihren geizigen Mann, pensionierter Finanzbeamter, hat sie offensichtlich in Dortmund sitzen gelassen. Zu allem Überfluss erscheinen auch noch Renates von sich selbst sehr überzeugte Freundin Renate, der Freund von Christines Vater Heinz, Kalli und zu guter Letzt auch der verlassene Ehemann höchstpersönlich. Was zunächst wie eine typische Familiengeschichte scheint, ist auch eine solche. Allerdings versucht Dora Heldt mithilfe eines geheimnisvollen Testaments Motive einer Kriminalgeschichte einzuflechten. Zu wirklicher Spannung reicht es jedoch nicht, weil die Handlung zu einfach konstruiert ist. Tiefsinnig soll es werden, wenn Christine über Veränderungen nachdenkt und ihre Tante Inge als Vorbild dafür nimmt, sich endlich mal aus dem normalen festgelegten Alltag zu lösen. Nach "Ausgeliebt" im Jahre 2005, "Unzertrennlich" im Jahre 2006 und "Urlaub mit Papa" in 2008 ist "Tante Inge haut ab“ das vierte Buch von Dora Heldt. Wie so oft bei fortgesetzten Romanen kann das Niveau nicht gehalten werden. Die Dialoge schleppen sich manchmal ganz schön. Die Charaktere sind zu stark konstruiert und viel zu brav: Johann ist der verständnisvolle, stets geduldige Schwiegersohne wie er im Buche steht, Christine denkt für ihr Alter viel zu antiquiert und so derart verbohrt wie Heinz - : "Solange er das Gefühl hat, dass was nicht stimmt, wird er sich darum kümmern." – ist hoffentlich im wirklichen Leben niemand. Lediglich Renate, die von sich absolut überzeugte, nicht selbstkritische Freundin von Inge, die sich an jeden Mann ranschmeißt und in deren Venen eigentlich nur noch Sekt fließen dürfte bringt Schwung in die Geschichte. Die Geschichte und die Charaktere sind insgesamt zu klischeehafte, die Handlung dümpelt vor sich hin, lediglich etwas Situationskomik lässt einen das Buch zu Ende lesen. Das Buch erhebt sicherlich keinen Anspruch auf gehobene Belletristik, hat aber einen guten Unterhaltungs- und Verkaufswert und ist eine hübsche Werbung für die Insel Sylt.

Christine, Mittvierzigerin, träumt von einem romantischen Urlaub mit ihrem Freund Johann auf Sylt. Zwei Wochen Zeit für die beiden, die eine Fernbeziehung führen und sich sonst nur am Wochenende treffen. Nebenbei soll Johanns Eindruck von Christines Familie revidiert werden. Die erste Begegnung mit Christines Vater ging nämlich gründlich daneben (vgl. Urlaub mit Papa). Doch auch diesmal scheint ein ruhiger Urlaub beinahe unmöglich, denn als Christine Johann vom Bahnhof abholen möchte, trifft sie auf ihre resolute, 64-jährige Tante Inge, die für einige Wochen zu einer Freundin auf Sylt ziehen möchte, um ihr Leben zu verändern. Ihren geizigen Mann, pensionierter Finanzbeamter, hat sie offensichtlich in Dortmund sitzen gelassen.

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Zu allem Überfluss erscheinen auch noch Renates von sich selbst sehr überzeugte Freundin Renate, der Freund von Christines Vater Heinz, Kalli und zu guter Letzt auch der verlassene Ehemann höchstpersönlich. Was zunächst wie eine typische Familiengeschichte scheint, ist auch eine solche. Allerdings versucht Dora Heldt mithilfe eines geheimnisvollen Testaments Motive einer Kriminalgeschichte einzuflechten. Zu wirklicher Spannung reicht es jedoch nicht, weil die Handlung zu einfach konstruiert ist. Tiefsinnig soll es werden, wenn Christine über Veränderungen nachdenkt und ihre Tante Inge als Vorbild dafür nimmt, sich endlich mal aus dem normalen festgelegten Alltag zu lösen.

Nach "Ausgeliebt" im Jahre 2005, "Unzertrennlich" im Jahre 2006 und "Urlaub mit Papa" in 2008 ist "Tante Inge haut ab“ das vierte Buch von Dora Heldt. Wie so oft bei fortgesetzten Romanen kann das Niveau nicht gehalten werden. Die Dialoge schleppen sich manchmal ganz schön. Die Charaktere sind zu stark konstruiert und viel zu brav: Johann ist der verständnisvolle, stets geduldige Schwiegersohne wie er im Buche steht, Christine denkt für ihr Alter viel zu antiquiert und so derart verbohrt wie Heinz - : "Solange er das Gefühl hat, dass was nicht stimmt, wird er sich darum kümmern." – ist hoffentlich im wirklichen Leben niemand. Lediglich Renate, die von sich absolut überzeugte, nicht selbstkritische Freundin von Inge, die sich an jeden Mann ranschmeißt und in deren Venen eigentlich nur noch Sekt fließen dürfte bringt Schwung in die Geschichte.

Die Geschichte und die Charaktere sind insgesamt zu klischeehafte, die Handlung dümpelt vor sich hin, lediglich etwas Situationskomik lässt einen das Buch zu Ende lesen. Das Buch erhebt sicherlich keinen Anspruch auf gehobene Belletristik, hat aber einen guten Unterhaltungs- und Verkaufswert und ist eine hübsche Werbung für die Insel Sylt.

geschrieben am 13.07.2009 | 385 Wörter | 2226 Zeichen

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