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Die Erhebung


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Rezension von

Thomas Stumpf

Die Erhebung Scott Carey ist ein durchschnittlicher Amerikaner der weißen Mittelschicht. Er lebt in einem kleinen Vorort, hat einen gut bezahlten Job und ist übergewichtig, die Wampe hängt über den Gürtel und er liegt deutlich über 100 kg. Eines Morgens stellt er fest, dass er quasi über Nacht einige Kilo abgenommen hat, ein Trend, der anhält. Zunächst freut er sich hierüber, denn schaden kann das keinesfalls. Doch schnell wird die Sache unheimlich: Er verliert immer schneller an Gewicht ohne allerdings eine äußerliche Veränderung zu erfahren. Scott nimmt gar nicht ab, er wird nur leichter. Seine Körpermasse bleibt unverändert, die Wampe hängt immer noch über den Hosenbund. Und es wird noch verrückter: Selbst wenn er mit Gewichten beschwert auf die Waage steigt, bleibt die Anzeige der Waage unverändert, als würde alles, was er berührt, solange er es berührt, kein Eigengewicht mehr besitzen. Dann beginnt der Vorgang sich zu beschleunigen. Er wird immer leichter. Wirklich besorgt ist Scott lange Zeit nicht. Es beschäftigen ihn vielmehr andere Dinge, wie z.B. das lesbische Paar in seiner Nachbarschaft, Missy und Deirdre. Sie haben in Castle Rock ein Restaurant eröffnet und das Essen ist außerordentlich gut. Allein die Gäste bleiben aus. Denn im tiefrepublikanischen Castle Rock ist eine öffentlich gelebte gleichgeschlechtliche Beziehung untragbar. Es wäre vielleicht nicht so schlimm, wenn die beiden nur „Zuhause“ lesbisch wären. Aber es in aller Öffentlichkeit zu zeigen und dann auch noch verheiratet zu sein, schlägt dem konservativ-bürgerlichen Fass den Boden aus. Scott beschließt, etwas daran zu ändern, doch Deirdre ist eine schwer zugängliche, unnahbare, geradezu abweisende Person. Doch so schnell gibt Scott nicht auf. Viel mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, denn der schmale Roman hat nur 144 Seiten und ich möchte nichts vorwegnehmen. Wie bereits mit dem tollen Kurzroman „Gwendys Wunschkasten“ kehrt Stephen King erneut nach Castle Rock zurück, jene fiktive Kleinstadt, die schon so oft Schauplatz King´scher Dramen war. Gut dosiert platziert King - wie so oft - liebevolle Hinweise und Querverbindungen zu seinem übrigen Werk. So findet die Selbstmordtreppe aus eben „Gwendys Wunschkasten“ Erwähnung, die High School Band heißt „Pennywise and the Clowns“, oder wir fahren die Bannerman Road entlang, benannt nach dem ehemaligen Sheriff von Castle Rock George Bannerman, den wir aus „Dead Zone“ kennen und der in „Cujo“ seinen Abgang hatte. Die Story erinnert auf den allerersten Blick ein wenig an „Der Fluch“ („Thinner“) und ist dennoch komplett anders. Scott ist ein grundsympathischer Kerl, der mit seinem eigenen Schicksal gut zurechtkommt. Sich für andere einzusetzen erscheint ihm wichtiger. Und schließlich nimmt er anderen das metaphorische Gewicht von den Schultern. So absurd die Geschichte anmutet, so empathisch und liebevoll ist sie erzählt. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, um das Einstehen für Werte und das Ankämpfen gegen stumpfe, idiotische Vorurteile (nicht nur in der vergifteten gesellschaftlichen Atmosphäre der Trump-Ära in den USA). Eine schöne kleine Geschichte, die mir gut gefallen hat, und die eine Menge Spielraum für eigene Interpretationen lässt.

Scott Carey ist ein durchschnittlicher Amerikaner der weißen Mittelschicht. Er lebt in einem kleinen Vorort, hat einen gut bezahlten Job und ist übergewichtig, die Wampe hängt über den Gürtel und er liegt deutlich über 100 kg. Eines Morgens stellt er fest, dass er quasi über Nacht einige Kilo abgenommen hat, ein Trend, der anhält. Zunächst freut er sich hierüber, denn schaden kann das keinesfalls. Doch schnell wird die Sache unheimlich: Er verliert immer schneller an Gewicht ohne allerdings eine äußerliche Veränderung zu erfahren. Scott nimmt gar nicht ab, er wird nur leichter. Seine Körpermasse bleibt unverändert, die Wampe hängt immer noch über den Hosenbund. Und es wird noch verrückter: Selbst wenn er mit Gewichten beschwert auf die Waage steigt, bleibt die Anzeige der Waage unverändert, als würde alles, was er berührt, solange er es berührt, kein Eigengewicht mehr besitzen. Dann beginnt der Vorgang sich zu beschleunigen. Er wird immer leichter.

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Wirklich besorgt ist Scott lange Zeit nicht. Es beschäftigen ihn vielmehr andere Dinge, wie z.B. das lesbische Paar in seiner Nachbarschaft, Missy und Deirdre. Sie haben in Castle Rock ein Restaurant eröffnet und das Essen ist außerordentlich gut. Allein die Gäste bleiben aus. Denn im tiefrepublikanischen Castle Rock ist eine öffentlich gelebte gleichgeschlechtliche Beziehung untragbar. Es wäre vielleicht nicht so schlimm, wenn die beiden nur „Zuhause“ lesbisch wären. Aber es in aller Öffentlichkeit zu zeigen und dann auch noch verheiratet zu sein, schlägt dem konservativ-bürgerlichen Fass den Boden aus. Scott beschließt, etwas daran zu ändern, doch Deirdre ist eine schwer zugängliche, unnahbare, geradezu abweisende Person. Doch so schnell gibt Scott nicht auf.

Viel mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, denn der schmale Roman hat nur 144 Seiten und ich möchte nichts vorwegnehmen.

Wie bereits mit dem tollen Kurzroman „Gwendys Wunschkasten“ kehrt Stephen King erneut nach Castle Rock zurück, jene fiktive Kleinstadt, die schon so oft Schauplatz King´scher Dramen war. Gut dosiert platziert King - wie so oft - liebevolle Hinweise und Querverbindungen zu seinem übrigen Werk. So findet die Selbstmordtreppe aus eben „Gwendys Wunschkasten“ Erwähnung, die High School Band heißt „Pennywise and the Clowns“, oder wir fahren die Bannerman Road entlang, benannt nach dem ehemaligen Sheriff von Castle Rock George Bannerman, den wir aus „Dead Zone“ kennen und der in „Cujo“ seinen Abgang hatte.

Die Story erinnert auf den allerersten Blick ein wenig an „Der Fluch“ („Thinner“) und ist dennoch komplett anders. Scott ist ein grundsympathischer Kerl, der mit seinem eigenen Schicksal gut zurechtkommt. Sich für andere einzusetzen erscheint ihm wichtiger. Und schließlich nimmt er anderen das metaphorische Gewicht von den Schultern. So absurd die Geschichte anmutet, so empathisch und liebevoll ist sie erzählt. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, um das Einstehen für Werte und das Ankämpfen gegen stumpfe, idiotische Vorurteile (nicht nur in der vergifteten gesellschaftlichen Atmosphäre der Trump-Ära in den USA). Eine schöne kleine Geschichte, die mir gut gefallen hat, und die eine Menge Spielraum für eigene Interpretationen lässt.

geschrieben am 26.11.2018 | 481 Wörter | 2729 Zeichen

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