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Lichtlos


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Rezension von

Magdalena Kneisel

Lichtlos Mit seinem Roman „Lichtlos“ betritt Michael Thiel die endlosen Weiten der Science Fiction Literatur. Mit einer Mischung aus Hohlbein, Lovecraft und der Schatzinsel entführt er den Leser bzw. die Leserin in die Welt Domemnon. Domemnon ist dem Untergang geweiht. Die Natur – gefoltert von Magie und Technik – lehnt sich als lebensbedrohliche Größe gegen die Menschen auf. Deswegen ist die Hauptstadt Domemnons – Sankt Radenwall – auch von einer Käseglocke umgeben, welche den Moloch der Technokratie vor den unberechenbaren Naturgewalten schützen soll. Als personifizierte Größe wendet sich die Natur im Buch gegen all jene, die wider die Götter handeln: Technokraten und Magier. Vor allem aber stellt sie sich als lebendes Bollwerk gegen die lebenden Schatten – jene Wesen, welche mittels der Vermischung von schwarzer Magie und Technik nun die Welt als ominöse Größe heim suchen. Es gibt wenige Menschen, welche sich verbotener Weise der lebenden Schatten und ihrer Personifizierung – den Torwesen – bedienen, um Macht über ihr Umfeld zu erlangen, obwohl sie wissen, welchen Gefahren sie sich aussetzen und dass ein Entrinnen und Entkommen von jenen Mächten nur dann möglich ist, wenn man bereit ist, in den Tod zu gehen. Dämonenhaft muten diese Wesen an, welche ihrem Wirt das plötzliche Auftauchen an fremden Orten ermöglichen. Technokraten und Magier, Heilige – oder zumindest diejenigen, welche sich dafür halten – und Rebellen bemühen sich um ihre hegemoniale Stellung auf Domemnon. Diese vier Parteien können allerdings nur noch um einen Kontinent ringen, da die restliche Festlandmaterie durch den unglücklichen Gebrauch von Magie und Technik, sowie das Aufkommen der Torwesen ihr Zeitliches gesegnet hat. Ihre Herrscherphilosophie wird vor allem darin deutlich, wie sie die Torwesen besiegen wollen – entscheidend ist also, ob Magie als Waffe gegen die Schatten genutzt werden kann, ob Technik im Kampf gegen das Böse eingesetzt wird oder ob die Schatten bitte nur möglichst schnell und egal mit welchen Mitteln verschwinden sollen, genau wie die führenden Eliten, wobei möglicherweise hinter allem die Frage nach der Macht der Götter und der Traumkraft steht, jener Macht, die in der Lage sein soll, die Torwesen zu bezwingen. Diese vier antithetischen und sich ergänzenden Strömungen beherrschen die Bewohner Domemnons. Eine Klassifizierung anderer und eine eigene Selbstzuordnung ist unerlässlich, wobei selbstverständlich das gegenseitige Verhältnis von Hass, Misstrauen und Tötungswünschen erfüllt sein muss. Dies wirkt bisweilen zwar klischeehaft, aber eine fiktive Handlung ohne große Interessensgruppen macht doch einfach keinen Spaß. Vielmehr geben die verschiedenen Gruppierungen mit ihren Symbolsystemen, Machtvorstellungen und Hoffnungen dem Buch den gewissen Tiefgang. Im Mittelpunkt dieser situativen Verortung stehen die vier Hauptcharaktere Beutemacher, Jennica, Imdra und Firfalgon, welche je einer dieser Richtungen zuzuordnen sind. Beutemacher ist ein Pirat, der sich jenseits von Technik und Magie seinen Lebensunterhalt mit Schmuggel und Schatzsuche verdienen will. Als Rebell setzt er sich mit Technik und Magie vor allem in dem Maße auseinander, dass er sich insbesonders dann dagegen ausspricht, wenn die jeweilige Partei an der Macht ist und diese selbstredend mit Unfug ausübt. Beutemacher ist vor allem mürrisch, gleichzeitig aber auch besonnen und neugierig. Zu dumm nur, dass zu Beginn sein Schiff versenkt wird und das ausgerechnet von einem Torwesen. - Kein Wunder also, dass der alte Seebär ein besonderes Eigeninteresse an der Zerstörung der Torwesen besitzt. Jennica ist Technokratin und auf der Flucht vor ihrem ehemaligen Lover. Dummerweise steht der als Wirt für die Torwesen zur Verfügung und will sich mit der Flucht seiner einstigen Angebeteten nicht einfach so abfinden, deswegen setzt er ihr nach. Sie selbst ist aufgrund ihres technischen Hintergrundes sehr anfällig für das Flüstern der Torwesen in ihrem Kopf. Aber auch die Geister ihrer Vergangenheit machen ihr das Leben schwer. Imdra wird ebenfalls immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Der Fuchtel ihrer Schwester entwunden sieht sich die junge Schattenläuferin ihrem Held in strahlender Rüstung, dem religiösen Fanatiker Firfalgon, im Wald gegenüber. Die Liebe ihres Lebens. Zu dumm nur, dass ihr Ritter zölibatär lebt, aber wer kann schon erahnen, ob sie an seiner Tugend nicht auch rühren kann? Allerdings wird ihre Magie durch eine Begegnung mit den Torwesen sehr geschwächt, so dass sie selbst um Jahre altert und ihre Magie abnimmt. Dennoch nützt sie der neuen Gefährtengruppe vor allem durch ihr Wissen, welches sie in Ten’britheel einer hochmagischen Geheimgesellschaft, erworben hat. Firfalgon unterdessen zählt zu der Gruppe der Hadanter, eben jener Menschen, die Technik und Magie verteufeln. Zwar hat er als solcher kaum Einfluss auf die Hegemonie Domemnons, dennoch prädestiniert ihn gerade sein Wissen um die Götter für die Heldengruppe. Als erster der Gefährten weiß er von Imdras Herkunft, verschweigt diese doch zugunsten eines wohlwollenden Zusammenwachsens fern von Misstrauen. Ob dies allerdings der sinnvollere Weg ist, muss sich erst im Laufe der Geschichte offen zeigen. Aber die Hauptcharaktere wären nicht Helden, wenn sie sich nicht – trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft – gemeinsam auf den Weg machten, um den heiligen Gral zu finden und im Falle Domemnons die Welt vor den Schatten zu erretten. Ob ihnen das offene Zusammenspiel ohne jegliche Vorbehalte gelingt, wird sich wohl im Fortgang der Geschichte und in anderen Bänden erweisen. Gerade die Gegenüberstellung von Technik und Natur, welche im Inferno gipfel, hält – wenn auch auf einer phantastischen Welt – dem Leser und der Leserin einen Spiegel vor und stellt das Aufbäumen der Natur in den Kontext der Fragestellung: Was wäre, wenn sich die Natur auf phantastische Weise wäre könnte? Gleichzeitig sorgt die Paarkonstellation Imdra – Firfalgon wohl in absehbarer Zeit für Herzschmerz, v.a. von Imdra ausgehend. Undurchsichtig bleibt allerdings die Masse an Quotentoten, die der Autor in seinem Werk für die Beerdigung freigibt – sofern sich die Reste noch zusammenpuzzlen lassen. So führt er immer wieder Figuren ein, welche dann binnen zweier Seiten in die ewigen Jagdgründe eingehen, bzw. als Geister auf Domemnon Menschen heimsuchen. Nach welchem Prinzip allerdings diese jenseitige Komponente der Science Fiction Welt gestaltet ist, bleibt ebenso unklar, wie die Rolle von diversen (acht) Gottheiten, welche sich auf der Welt tummeln – wird doch durch ihre anwesenden leiblichen und langlebigen Kinder in der Welt deutlich, dass sie existieren müssen. Ob sie aber direkt schicksalhaft von oben eingreifen und die Gebete der Helden, insbesondere Firfalgons (weiterhin) erhören, ist abzuwarten. Es bleiben also einige Fragen über den Fortgang der Geschichte offen, so dass der Leser bzw. die Leserin in freudiger Erwartung den nächsten Band ersehen darf. Zweifelsohne zieht das Lichtlos-Projekt Michael Thiels den Leser mehr in den Bann, als es vielleicht bei seiner Fantasy-Reihe zu erwarten ist, wirkt die Welt doch für die Lesenden besser verständlich. Dies ist nicht zuletzt der Zeittafel Domemnons im Anhang an die Geschichte geschuldet, welche in knappen Punkten, die wichtigsten Ereignisse des Planeten Feolons skizziert. Auch der Reiseführer Domemnons lädt zum Schmunzeln ein und so ist es offensichtlich, dass man auch für dieses Buch sein eigenes Rezept für den Lesegenuss bedarf: ein bis mehrere Stunden Zeit – abhängig vom Lesetempo, einen gemütlichen Leseort und eine Offenheit für Science Fiction.

Mit seinem Roman „Lichtlos“ betritt Michael Thiel die endlosen Weiten der Science Fiction Literatur. Mit einer Mischung aus Hohlbein, Lovecraft und der Schatzinsel entführt er den Leser bzw. die Leserin in die Welt Domemnon.

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Domemnon ist dem Untergang geweiht. Die Natur – gefoltert von Magie und Technik – lehnt sich als lebensbedrohliche Größe gegen die Menschen auf. Deswegen ist die Hauptstadt Domemnons – Sankt Radenwall – auch von einer Käseglocke umgeben, welche den Moloch der Technokratie vor den unberechenbaren Naturgewalten schützen soll. Als personifizierte Größe wendet sich die Natur im Buch gegen all jene, die wider die Götter handeln: Technokraten und Magier. Vor allem aber stellt sie sich als lebendes Bollwerk gegen die lebenden Schatten – jene Wesen, welche mittels der Vermischung von schwarzer Magie und Technik nun die Welt als ominöse Größe heim suchen. Es gibt wenige Menschen, welche sich verbotener Weise der lebenden Schatten und ihrer Personifizierung – den Torwesen – bedienen, um Macht über ihr Umfeld zu erlangen, obwohl sie wissen, welchen Gefahren sie sich aussetzen und dass ein Entrinnen und Entkommen von jenen Mächten nur dann möglich ist, wenn man bereit ist, in den Tod zu gehen. Dämonenhaft muten diese Wesen an, welche ihrem Wirt das plötzliche Auftauchen an fremden Orten ermöglichen.

Technokraten und Magier, Heilige – oder zumindest diejenigen, welche sich dafür halten – und Rebellen bemühen sich um ihre hegemoniale Stellung auf Domemnon. Diese vier Parteien können allerdings nur noch um einen Kontinent ringen, da die restliche Festlandmaterie durch den unglücklichen Gebrauch von Magie und Technik, sowie das Aufkommen der Torwesen ihr Zeitliches gesegnet hat. Ihre Herrscherphilosophie wird vor allem darin deutlich, wie sie die Torwesen besiegen wollen – entscheidend ist also, ob Magie als Waffe gegen die Schatten genutzt werden kann, ob Technik im Kampf gegen das Böse eingesetzt wird oder ob die Schatten bitte nur möglichst schnell und egal mit welchen Mitteln verschwinden sollen, genau wie die führenden Eliten, wobei möglicherweise hinter allem die Frage nach der Macht der Götter und der Traumkraft steht, jener Macht, die in der Lage sein soll, die Torwesen zu bezwingen.

Diese vier antithetischen und sich ergänzenden Strömungen beherrschen die Bewohner Domemnons. Eine Klassifizierung anderer und eine eigene Selbstzuordnung ist unerlässlich, wobei selbstverständlich das gegenseitige Verhältnis von Hass, Misstrauen und Tötungswünschen erfüllt sein muss. Dies wirkt bisweilen zwar klischeehaft, aber eine fiktive Handlung ohne große Interessensgruppen macht doch einfach keinen Spaß. Vielmehr geben die verschiedenen Gruppierungen mit ihren Symbolsystemen, Machtvorstellungen und Hoffnungen dem Buch den gewissen Tiefgang.

Im Mittelpunkt dieser situativen Verortung stehen die vier Hauptcharaktere Beutemacher, Jennica, Imdra und Firfalgon, welche je einer dieser Richtungen zuzuordnen sind.

Beutemacher ist ein Pirat, der sich jenseits von Technik und Magie seinen Lebensunterhalt mit Schmuggel und Schatzsuche verdienen will. Als Rebell setzt er sich mit Technik und Magie vor allem in dem Maße auseinander, dass er sich insbesonders dann dagegen ausspricht, wenn die jeweilige Partei an der Macht ist und diese selbstredend mit Unfug ausübt. Beutemacher ist vor allem mürrisch, gleichzeitig aber auch besonnen und neugierig. Zu dumm nur, dass zu Beginn sein Schiff versenkt wird und das ausgerechnet von einem Torwesen. - Kein Wunder also, dass der alte Seebär ein besonderes Eigeninteresse an der Zerstörung der Torwesen besitzt.

Jennica ist Technokratin und auf der Flucht vor ihrem ehemaligen Lover. Dummerweise steht der als Wirt für die Torwesen zur Verfügung und will sich mit der Flucht seiner einstigen Angebeteten nicht einfach so abfinden, deswegen setzt er ihr nach. Sie selbst ist aufgrund ihres technischen Hintergrundes sehr anfällig für das Flüstern der Torwesen in ihrem Kopf. Aber auch die Geister ihrer Vergangenheit machen ihr das Leben schwer.

Imdra wird ebenfalls immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Der Fuchtel ihrer Schwester entwunden sieht sich die junge Schattenläuferin ihrem Held in strahlender Rüstung, dem religiösen Fanatiker Firfalgon, im Wald gegenüber. Die Liebe ihres Lebens. Zu dumm nur, dass ihr Ritter zölibatär lebt, aber wer kann schon erahnen, ob sie an seiner Tugend nicht auch rühren kann? Allerdings wird ihre Magie durch eine Begegnung mit den Torwesen sehr geschwächt, so dass sie selbst um Jahre altert und ihre Magie abnimmt. Dennoch nützt sie der neuen Gefährtengruppe vor allem durch ihr Wissen, welches sie in Ten’britheel einer hochmagischen Geheimgesellschaft, erworben hat.

Firfalgon unterdessen zählt zu der Gruppe der Hadanter, eben jener Menschen, die Technik und Magie verteufeln. Zwar hat er als solcher kaum Einfluss auf die Hegemonie Domemnons, dennoch prädestiniert ihn gerade sein Wissen um die Götter für die Heldengruppe. Als erster der Gefährten weiß er von Imdras Herkunft, verschweigt diese doch zugunsten eines wohlwollenden Zusammenwachsens fern von Misstrauen. Ob dies allerdings der sinnvollere Weg ist, muss sich erst im Laufe der Geschichte offen zeigen.

Aber die Hauptcharaktere wären nicht Helden, wenn sie sich nicht – trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft – gemeinsam auf den Weg machten, um den heiligen Gral zu finden und im Falle Domemnons die Welt vor den Schatten zu erretten. Ob ihnen das offene Zusammenspiel ohne jegliche Vorbehalte gelingt, wird sich wohl im Fortgang der Geschichte und in anderen Bänden erweisen.

Gerade die Gegenüberstellung von Technik und Natur, welche im Inferno gipfel, hält – wenn auch auf einer phantastischen Welt – dem Leser und der Leserin einen Spiegel vor und stellt das Aufbäumen der Natur in den Kontext der Fragestellung: Was wäre, wenn sich die Natur auf phantastische Weise wäre könnte? Gleichzeitig sorgt die Paarkonstellation Imdra – Firfalgon wohl in absehbarer Zeit für Herzschmerz, v.a. von Imdra ausgehend.

Undurchsichtig bleibt allerdings die Masse an Quotentoten, die der Autor in seinem Werk für die Beerdigung freigibt – sofern sich die Reste noch zusammenpuzzlen lassen. So führt er immer wieder Figuren ein, welche dann binnen zweier Seiten in die ewigen Jagdgründe eingehen, bzw. als Geister auf Domemnon Menschen heimsuchen. Nach welchem Prinzip allerdings diese jenseitige Komponente der Science Fiction Welt gestaltet ist, bleibt ebenso unklar, wie die Rolle von diversen (acht) Gottheiten, welche sich auf der Welt tummeln – wird doch durch ihre anwesenden leiblichen und langlebigen Kinder in der Welt deutlich, dass sie existieren müssen. Ob sie aber direkt schicksalhaft von oben eingreifen und die Gebete der Helden, insbesondere Firfalgons (weiterhin) erhören, ist abzuwarten. Es bleiben also einige Fragen über den Fortgang der Geschichte offen, so dass der Leser bzw. die Leserin in freudiger Erwartung den nächsten Band ersehen darf.

Zweifelsohne zieht das Lichtlos-Projekt Michael Thiels den Leser mehr in den Bann, als es vielleicht bei seiner Fantasy-Reihe zu erwarten ist, wirkt die Welt doch für die Lesenden besser verständlich. Dies ist nicht zuletzt der Zeittafel Domemnons im Anhang an die Geschichte geschuldet, welche in knappen Punkten, die wichtigsten Ereignisse des Planeten Feolons skizziert. Auch der Reiseführer Domemnons lädt zum Schmunzeln ein und so ist es offensichtlich, dass man auch für dieses Buch sein eigenes Rezept für den Lesegenuss bedarf: ein bis mehrere Stunden Zeit – abhängig vom Lesetempo, einen gemütlichen Leseort und eine Offenheit für Science Fiction.

geschrieben am 21.07.2011 | 1135 Wörter | 6614 Zeichen

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