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Lehrer. Eine Gebrauchsanweisung:


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Rezension von

Jennifer Küppers

Lehrer. Eine Gebrauchsanweisung: „Das Schicksal einer Gesellschaft wird dadurch bestimmt, wie sie ihre Lehrer achtet.“ Das Schicksal der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaft wurde im Frühjahr 2007 von der Gründung der Schüler-Plattform spickmich.de bestimmt. Drei Kölner Studenten, Tino Keller, Manuel Weisbrod und Philipp Weidenhiller, hatten sich neben der Funktion des sozialen Netzwerks, die bereits bei schueler-VZ, studi-VZ und nicht zuletzt facebook zum Einsatz kommt, eine weitere besondere Funktion überlegt: Die Schul- und Lehrerbewertung. Verschiedene Lehrereigenschaften wie fachliche Kompetenz, Motivation, Beliebtheit, faire Prüfungen oder das Auftreten können mit Schulnoten anonym bewertet werden. Damit die Noten der Lehrer zu sehen sind, müssen jedoch mindestens zehn Schüler eine Bewertung für den jeweiligen Lehrer abgeben. Auch die Schule kann in zehn verschiedenen Kategorien wie technische Ausstattung, Zustand der Gebäude, Stimmung unter den Schülern etc. bewertet werden. Der Medienrummel war groß und die Stimmung unter Lehrern und Eltern kochte. Vielfach wurde über die Verletzung der Persönlichkeitsrechte diskutiert. Mehrere Klagen wurden abgelehnt und am 23. Juni 2009 wurde die Klage gegen spickmich.de endgültig vom Bundesgerichtshof höchstrichterlich abgewiesen. Ein Grund für Betreiber Bernd Dicks, der später zu spickmich.de kam, die ultimative Lehrer-Gebrauchsanweisung herauszugeben. Im Februar 2008 erschien das spickmich-Schüler Buch. Auf den ersten Blick überzeugt der faire Preis: 5 Euro für 144 Seiten – die Bewertung in der Kategorie „fairer Preis“ ist der sogenannten Lehrer-Gebrauchsanweisung schon mal sicher. Selbstverständlich kommt die Erfolgsgeschichte von spickmich.de nicht zu kurz. Sowohl Lehrerreaktionen und Kommentare als auch die chronologische Gründungsgeschichte werden dargelegt. Im Mittelpunkt stehen Schülerfragen wie Darf man drei Tests in einer Woche schreiben? Haben wir ein Recht auf Klassenfahrten?, die ausführlich beantwortet werden. Sehr gut gelungen ist neben dem Teil, der sich mit rechtlichen Fragen (Schulrechts-ABC) beschäftigt auch die „Umrechnung“ von Kopfnoten in richtige Noten. Wer das Prinzip begreift, steht auch bei späteren Benotungen in Textform nicht auf dem Schlauch. Da sich die Gebrauchsanweisung an Schüler richtet, darf natürlich weder die Übersetzungshilfe Lehrer-Deutsch/ Deutsch-Lehrer nicht fehlen, noch die Typisierung nach Lehrertypen wie den Laberbackenlehrer oder die Schlaftablette und Tipps zum jeweiligen Umgang mit ihnen. Dieser Teil liest sich leicht und ist sehr amüsant, daher verzeiht man die wenig differenzierte Einteilung In einem abschließenden Quiz kann man dann auch seine eigenen Qualitäten testen und überprüfen, welcher Lehrertyp man selbst wäre. Wer sich – vielleicht nach diesem Test – ernsthaft überlegt, den Weg durch das Referendariat in Richtung Lehrberuf einzuschlagen, erhält nähere Informationen dazu. Auch die Informationen von Stars wie LaFee, Stromberg, Harald Schmidt oder den Sportfreunden Stiller über ihre Schulzeit sind ein nettes Bonbon. Die 111 besten Lehrersprüche sind auf der einen Seite zum Brüllen komisch, auf der anderen Seite lassen sie einen zum Teil an der Vorbildfunktion der Pädagogen zweifeln. Da Lehrer nicht zuletzt dank Zentralabitur und Lernstandserhebungen an einem kompetenzorientierten Unterricht arbeiten und an Evaluation interessiert sind, ist die Anregung für Schüler, ihren Unterricht selbst mit zu gestalten und zu verbessern sehr dankenswert. Hierbei unterstützen auch die Zahlen zu Beginn des Buches, die einem zum Beispiel verraten, dass Lehrer pro Jahr etwa 1000 Stunden für Korrekturen benötigen. Die spickmich-Gebrauchsanweisung macht ihrem Namen alle Ehre und gibt auch Tipps zum Spicken, die jedoch nicht mehr unbedingt die neusten sind. Für Schüler, Lehrer und Eltern also - nicht zuletzt aufgrund des fairen Preises - eine Gebrauchsanweisung, die einen in jedem Fall zum Schmunzeln bringt und die ein oder andere neue Information bringt.

„Das Schicksal einer Gesellschaft wird dadurch bestimmt, wie sie ihre Lehrer achtet.“

weitere Rezensionen von Jennifer Küppers


Das Schicksal der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaft wurde im Frühjahr 2007 von der Gründung der Schüler-Plattform spickmich.de bestimmt.

Drei Kölner Studenten, Tino Keller, Manuel Weisbrod und Philipp Weidenhiller, hatten sich neben der Funktion des sozialen Netzwerks, die bereits bei schueler-VZ, studi-VZ und nicht zuletzt facebook zum Einsatz kommt, eine weitere besondere Funktion überlegt: Die Schul- und Lehrerbewertung. Verschiedene Lehrereigenschaften wie fachliche Kompetenz, Motivation, Beliebtheit, faire Prüfungen oder das Auftreten können mit Schulnoten anonym bewertet werden. Damit die Noten der Lehrer zu sehen sind, müssen jedoch mindestens zehn Schüler eine Bewertung für den jeweiligen Lehrer abgeben. Auch die Schule kann in zehn verschiedenen Kategorien wie technische Ausstattung, Zustand der Gebäude, Stimmung unter den Schülern etc. bewertet werden.

Der Medienrummel war groß und die Stimmung unter Lehrern und Eltern kochte. Vielfach wurde über die Verletzung der Persönlichkeitsrechte diskutiert. Mehrere Klagen wurden abgelehnt und am 23. Juni 2009 wurde die Klage gegen spickmich.de endgültig vom Bundesgerichtshof höchstrichterlich abgewiesen.

Ein Grund für Betreiber Bernd Dicks, der später zu spickmich.de kam, die ultimative Lehrer-Gebrauchsanweisung herauszugeben. Im Februar 2008 erschien das spickmich-Schüler Buch. Auf den ersten Blick überzeugt der faire Preis: 5 Euro für 144 Seiten – die Bewertung in der Kategorie „fairer Preis“ ist der sogenannten Lehrer-Gebrauchsanweisung schon mal sicher.

Selbstverständlich kommt die Erfolgsgeschichte von spickmich.de nicht zu kurz. Sowohl Lehrerreaktionen und Kommentare als auch die chronologische Gründungsgeschichte werden dargelegt. Im Mittelpunkt stehen Schülerfragen wie Darf man drei Tests in einer Woche schreiben? Haben wir ein Recht auf Klassenfahrten?, die ausführlich beantwortet werden. Sehr gut gelungen ist neben dem Teil, der sich mit rechtlichen Fragen (Schulrechts-ABC) beschäftigt auch die „Umrechnung“ von Kopfnoten in richtige Noten. Wer das Prinzip begreift, steht auch bei späteren Benotungen in Textform nicht auf dem Schlauch. Da sich die Gebrauchsanweisung an Schüler richtet, darf natürlich weder die Übersetzungshilfe Lehrer-Deutsch/ Deutsch-Lehrer nicht fehlen, noch die Typisierung nach Lehrertypen wie den Laberbackenlehrer oder die Schlaftablette und Tipps zum jeweiligen Umgang mit ihnen. Dieser Teil liest sich leicht und ist sehr amüsant, daher verzeiht man die wenig differenzierte Einteilung In einem abschließenden Quiz kann man dann auch seine eigenen Qualitäten testen und überprüfen, welcher Lehrertyp man selbst wäre. Wer sich – vielleicht nach diesem Test – ernsthaft überlegt, den Weg durch das Referendariat in Richtung Lehrberuf einzuschlagen, erhält nähere Informationen dazu. Auch die Informationen von Stars wie LaFee, Stromberg, Harald Schmidt oder den Sportfreunden Stiller über ihre Schulzeit sind ein nettes Bonbon. Die 111 besten Lehrersprüche sind auf der einen Seite zum Brüllen komisch, auf der anderen Seite lassen sie einen zum Teil an der Vorbildfunktion der Pädagogen zweifeln.

Da Lehrer nicht zuletzt dank Zentralabitur und Lernstandserhebungen an einem kompetenzorientierten Unterricht arbeiten und an Evaluation interessiert sind, ist die Anregung für Schüler, ihren Unterricht selbst mit zu gestalten und zu verbessern sehr dankenswert. Hierbei unterstützen auch die Zahlen zu Beginn des Buches, die einem zum Beispiel verraten, dass Lehrer pro Jahr etwa 1000 Stunden für Korrekturen benötigen. Die spickmich-Gebrauchsanweisung macht ihrem Namen alle Ehre und gibt auch Tipps zum Spicken, die jedoch nicht mehr unbedingt die neusten sind.

Für Schüler, Lehrer und Eltern also - nicht zuletzt aufgrund des fairen Preises - eine Gebrauchsanweisung, die einen in jedem Fall zum Schmunzeln bringt und die ein oder andere neue Information bringt.

geschrieben am 25.03.2012 | 547 Wörter | 3451 Zeichen

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