
| ISBN | 3785760698 | |
| Autor | Matti Rönkä | |
| Verlag | Lübbe | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 272 | |
| Erscheinungsjahr | 2012 | |
| Extras | - |

„Zeit des Verrats“ von dem finnischen Autoren Matti Rönkä erschien im März 2012 als Taschenbuch beim Lübbe-Verlag. Es handelt sich um den fünften Roman des Autors, der in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Alle Bücher drehen sich um den Detektiv Viktor Kärppä.

Als Viktor Kärppä nach einem lustigen Abend in Russland wieder nach Helsinki zurückkehrt, findet er in seinem Auto vier Metallröhren, die offenbar dem Bau einer Bombe dienen sollen. Er informiert den Geheimdienst und die Mafia, doch beide können ihm nicht weiterhelfen. Also begibt er sich auf den Weg nach Moskau, um einen alten Freund zu befragen. Handelt es sich um eine Drohung gegen ihn selbst? Oder hängt sein Fund mit dem anstehenden Besuch des russischen Präsidenten zusammen? Bevor Kärppä jedoch weitere Ermittlungen anstellen kann, wird er von den finnischen Behörden aufgegriffen.
Rönkä gelingt es, mit „Zeit des Verrats“ einen Actionthriller vorzulegen, der alle Kriterien eines rasanten Kinoabenteuers erfüllt. Der gut ausgebildete Detektiv, der nicht nur für die Rote Armee, sondern auch für den Geheimdienst tätig war, erinnert ein wenig an James Bond, nur dass er vielmehr im Alleingang vorgehen muss. Dennoch hat er zahlreiche Kontakte auf beiden Seiten des Gesetzes und somit die Mittel, den bösen Jungs das Handwerk zu legen.
Statt trockener Ermittlungsarbeiten geht es in „Zeit des Verrats“ immer wieder richtig zur Sache. Die lebhaft Schreibweise des Autors ermöglicht es einem, sich die Kulissen, die Figuren und die Szenen sehr detailreich und realistisch vorzustellen. So läuft das Geschehen vor dem inneren Auge ab wie ein Film auf der Leinwand. Insgesamt sind die Schauplätze in Rönkäs Geschichte zwar sehr düster gehalten, aber durch die beständige Action wirkt die Erzählung nicht depressiv und melancholisch, sondern ist einfach nur spannend.
Die Ähnlichkeit zu einem Kinofilm ist leider auch das größte Manko des Romans, denn durch die ausführlichen Beschreibungen der Actionszenen und die Fokussierung auf die Verbrecherjagd bleibt die Tiefgründigkeit teilweise etwas auf der Strecke. So konnte ich mich leider mit dem Protagonisten Kärppä kaum identifizieren. Zwar habe ich die bisherigen Roman nicht gelesen, aber ich hätte mir doch gewünscht, dass etwas mehr auf den Charakter des Detektivs eingegangen wird. Man erfährt zwar ein paar Dinge über seine Vergangenheit, aber sein aktueller Gemütszustand, wie er über das, was gerade geschieht, denkt und fühlt, bleibt ziemlich im Dunkeln. Hier konzentriert sich der Autor eher darauf, sachlich das Geschehen wiederzugeben. Auf der anderen Seite wird dadurch das Geschehen nicht ausgebremst.
Fazit: „Zeit des Verrats“ ist kein Roman, der sich auf höchster Ebene mit den Charakteren oder deren guten und schlechten Seiten auseinandersetzt. Dafür reihen sich die spannenden Actionszenen dicht hintereinander und lassen einen kaum aufatmen. Mit der ersten Seite startet vor dem geistigen Auge ein rasanter Actionfilm, der wirklich auf die Leinwand gebracht werden sollte.
geschrieben am 14.05.2012 | 453 Wörter | 2626 Zeichen
Kommentare zur Rezension (0)
Platz für Anregungen und Ergänzungen