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Anna und der Schwalbenmann


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Rezension von

Letterschming

Anna und der Schwalbenmann Es ist das Jahr 1939 in Krakau. Annas Vater ist ein jüdischer Intellektueller und gerät somit ins Visier der Deutschen. Als sie ihn verschleppen, bleibt die junge Anna allein zurück. Doch dann begegnet ihr der geheimnisvolle Schwalbenmann, der so viele Sprachen spricht, und für sie eine Schwalbe anlockt, indem er deren Laute imitiert. Umringt von Gefahren, scheint er für Anna der einzige Weg zu sein, zu überleben. Doch ist Anna bei ihm wirklich sicher? "Anna und der Schwalbenmann" lässt sich kaum mit irgendeinem anderen Buch vergleichen, dass ich bisher gelesen habe. Man mag sich denken: Bücher über den Nationalsozialismus habe ich schon genug gelesen. Da brauche ich nicht noch eins. Doch der Nationalsozialismus ist eher der Anlass der Geschichte, keineswegs das Thema. Viel zu vage ist die Handlung in diesem Umfeld angesiedelt. Vielmehr geht es um Flucht und um Verfolgung im Krieg, unabhängig davon, wer aus welchem Grund von wem verfolgt wird. So vermittelt einem das Buch schon ein Gefühl dafür, wie willkürlich solche Muster entstehen und wie schnell daraus ein Kampf um das nackte Überleben wird. Sowohl die Erzählweise als auch die Charakterisierungen und der Aufbau der Geschichte gleichen einem Märchen oder einer Fabel. Die Figuren sind hier klar der Handlung untergeordnet. Das soll nicht heißen, dass sie einseitig oder blass wären, aber sie nehmen einen klaren Standpunkt ein, dienen als Metapher für etwas, das zwischen den Zeilen verborgen liegt. Genauso scheinen auch die einzelnen Szenen stellvertretend für eine Aussage zu stehen. Zu rätselhaft und manchmal auch unlogisch ist der Aufbau. Man fühlt sich, als befände man sich in einem Traum. Am Ende des Buches steht man ein wenig verwirrt da und ich war mir nicht sofort sicher, ob mir die Geschichte nun gefallen hat oder nicht. Letztendlich war ich aber froh, dass Buch gelesen zu haben, denn es hat mir zahlreiche neue Denkansätze gegeben. Ob das, was ich nun in diese Geschichte hineininterpretiert habe, tatsächlich das ist, was der Autor sich dabei gedacht hat, sei dahingestellt. Fazit: Ein faszinierendes Buch. Doch Aufbau und Schreibweise sind zweifellos sehr eigen und sicher nicht für jeden Leser das Richtige. Wer gern die Gedanken schweifen lässt und immer nach dem gewissen etwas zwischen den Zeilen sucht, wird hier seine Freude haben. Wer hingegen eher handfeste Aussagen sucht, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen, denn die Interpretation überlässt der Autor komplett dem Leser.

Es ist das Jahr 1939 in Krakau. Annas Vater ist ein jüdischer Intellektueller und gerät somit ins Visier der Deutschen. Als sie ihn verschleppen, bleibt die junge Anna allein zurück. Doch dann begegnet ihr der geheimnisvolle Schwalbenmann, der so viele Sprachen spricht, und für sie eine Schwalbe anlockt, indem er deren Laute imitiert. Umringt von Gefahren, scheint er für Anna der einzige Weg zu sein, zu überleben. Doch ist Anna bei ihm wirklich sicher?

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"Anna und der Schwalbenmann" lässt sich kaum mit irgendeinem anderen Buch vergleichen, dass ich bisher gelesen habe. Man mag sich denken: Bücher über den Nationalsozialismus habe ich schon genug gelesen. Da brauche ich nicht noch eins. Doch der Nationalsozialismus ist eher der Anlass der Geschichte, keineswegs das Thema. Viel zu vage ist die Handlung in diesem Umfeld angesiedelt. Vielmehr geht es um Flucht und um Verfolgung im Krieg, unabhängig davon, wer aus welchem Grund von wem verfolgt wird. So vermittelt einem das Buch schon ein Gefühl dafür, wie willkürlich solche Muster entstehen und wie schnell daraus ein Kampf um das nackte Überleben wird.

Sowohl die Erzählweise als auch die Charakterisierungen und der Aufbau der Geschichte gleichen einem Märchen oder einer Fabel. Die Figuren sind hier klar der Handlung untergeordnet. Das soll nicht heißen, dass sie einseitig oder blass wären, aber sie nehmen einen klaren Standpunkt ein, dienen als Metapher für etwas, das zwischen den Zeilen verborgen liegt. Genauso scheinen auch die einzelnen Szenen stellvertretend für eine Aussage zu stehen. Zu rätselhaft und manchmal auch unlogisch ist der Aufbau. Man fühlt sich, als befände man sich in einem Traum.

Am Ende des Buches steht man ein wenig verwirrt da und ich war mir nicht sofort sicher, ob mir die Geschichte nun gefallen hat oder nicht. Letztendlich war ich aber froh, dass Buch gelesen zu haben, denn es hat mir zahlreiche neue Denkansätze gegeben. Ob das, was ich nun in diese Geschichte hineininterpretiert habe, tatsächlich das ist, was der Autor sich dabei gedacht hat, sei dahingestellt.

Fazit: Ein faszinierendes Buch. Doch Aufbau und Schreibweise sind zweifellos sehr eigen und sicher nicht für jeden Leser das Richtige. Wer gern die Gedanken schweifen lässt und immer nach dem gewissen etwas zwischen den Zeilen sucht, wird hier seine Freude haben. Wer hingegen eher handfeste Aussagen sucht, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen, denn die Interpretation überlässt der Autor komplett dem Leser.

geschrieben am 06.06.2016 | 391 Wörter | 2093 Zeichen

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