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Das Herz des Ritters


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Rezension von

Magdalena Kneisel

Das Herz des Ritters Zahirah ist Assassine – und weiblich noch dazu. Also einzigartig in ihrer Art. Und sie hat einen Auftrag: König Richard Löwenherz töten. Doch nachdem ihr erster Versuch misslingt und sie ohne zu zögern ihre Haut rettet, indem sie Sebastian – den treuen Gefolgsmann, gutaussehenden Frauenschwarm und charakterstarken Adeligen – schwer verwundet, überlebt dieser innerhalb von zwei Wochen die fast tödliche Verletzung und spaziert alsbald schon wieder unter der strahlenden Sonne des heiligen Landes. Und weil es ihm zu langweilig ist, einfach nur Mauern aufzubauen, muss der tollkühne Recke schon dem nächsten Abenteuer hinterher hechten und fast in Zahirah hinein stolpern. Und da haben wir auch schon die beiden Protagonisten des Kreuzfahrer-Romans, welche uns neben ein paar kleinen Gastsauftritten von Richard Löwenherz, Dirnen, Bediensteten und englischen Lords, dem Alten vom Berg, ein paar Assassinen und Ortsansässigen durchgängig durch das Buch begleiten. Zwar startet die Autorin noch in der ersten Hälfte des Buches den Versuch Sebastians kameradschaftliches Umfeld im Heer der Kreuzfahrer darzustellen, aber neben DEM treuen Freund, DEM chauvinistischen Flegel und DEM tapferen Krieger (sowie DEM notgeilen/ lüsternen König), sind kaum andere Personen als Akteure wahrnehmbar. Aber auch die Gegenseite wälzt sich in stereotypen Darstellungen von Assassinen, die durch eine starre Herrschaft von Blut und Familienbanden strotzen. Leider etwas zu abgedroschen. Während mich das Buch noch bis zur Hälfte und zum ersten Höhepunkt doch fast begeistert hat – denn die Sprache beschreibt detailliert die Szenerie und die Gefühlswelt der Protagonisten – so wenig hat mich die Geschichte im Anschluss gefesselt, da klar war, dass die Liebe der beiden entgegen allen Versuchen steht, sich im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zu behaupten: Der Versuch, Spannung durch Drohgebärden, Hinterhalte oder getötete Quotentote heraufzubeschwören, scheitert dennoch fast gänzlich. Auch die familiäre Abstammungsbekundung von der schönen Sarazenin wirkt dabei nur platt. Nichts gegen Romanzen zweier ursprünglicher Feinde – aber für meinen Geschmack schmilzt Zahirah doch nur allzu sehr von einer taffen Assassinen zu einer liebestrunkenen Frau im Sinnesrausch dahin, die sämtliche Erziehung vergisst, sobald sie ihrem Geliebten gegenüber steht. Und wie sollte es auch anders sein, erstrahlt trotz aller Turbulenz am Ende des Buches ein Happy End. Und was mich eigentlich am meisten daran stört, was aber ja doch in die Zeit des Geschehens angesiedelt ist (und hoffentlich nur dort!), ist die Thematik der keuschen weiblichen – und vor allem unberührten – Extremschönheit, die sich in den in Liebesspielen erfahrenen, tugendhaften Adeligen verliebt, deren Beziehungen allen Widrigkeiten trotzt. Ein derartige zweipolige Figurenkonstellation entspricht definitiv nicht meinen Menschenbild – weder auf Frauen, noch auf Männer bezogen. Wenn sich das Mittelalter, das durch Buchrücken-Angaben in den Geschichten der Autorin auflebt, durch eine solche Personenkonstellation darstellt, dann frage ich mich, wo sämtliche anderen Thematiken dieser Zeit angesiedelt sind. Denn außer Schach-Spiel, was im Zuge der Kreuzzugsthematik auftaucht, erwähnten Stätten des „heiligen Landes“ sowie Schwertern und Rollenbildern gibt es für mich keinen Hinweis auf gelebtes Mittelalter. Fazit: Wer stereotype keusche Frauenbilder und tugendhafte Mannen liebt, die im Happy-Ende zueinander finden, darf beherzt nach dem Herz des Ritters greifen. Alle anderen Menschen, die sich für Liebesgeschichte in Kreuzfahrerszeiten interessieren und auf Action und Ränkeschmiede stehen, sollten es tunlichst vermeiden zu diesem Buch zu greifen: Romanzen im Mittelalter geht auch gut anders!

Zahirah ist Assassine – und weiblich noch dazu. Also einzigartig in ihrer Art. Und sie hat einen Auftrag: König Richard Löwenherz töten. Doch nachdem ihr erster Versuch misslingt und sie ohne zu zögern ihre Haut rettet, indem sie Sebastian – den treuen Gefolgsmann, gutaussehenden Frauenschwarm und charakterstarken Adeligen – schwer verwundet, überlebt dieser innerhalb von zwei Wochen die fast tödliche Verletzung und spaziert alsbald schon wieder unter der strahlenden Sonne des heiligen Landes. Und weil es ihm zu langweilig ist, einfach nur Mauern aufzubauen, muss der tollkühne Recke schon dem nächsten Abenteuer hinterher hechten und fast in Zahirah hinein stolpern.

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Und da haben wir auch schon die beiden Protagonisten des Kreuzfahrer-Romans, welche uns neben ein paar kleinen Gastsauftritten von Richard Löwenherz, Dirnen, Bediensteten und englischen Lords, dem Alten vom Berg, ein paar Assassinen und Ortsansässigen durchgängig durch das Buch begleiten. Zwar startet die Autorin noch in der ersten Hälfte des Buches den Versuch Sebastians kameradschaftliches Umfeld im Heer der Kreuzfahrer darzustellen, aber neben DEM treuen Freund, DEM chauvinistischen Flegel und DEM tapferen Krieger (sowie DEM notgeilen/ lüsternen König), sind kaum andere Personen als Akteure wahrnehmbar. Aber auch die Gegenseite wälzt sich in stereotypen Darstellungen von Assassinen, die durch eine starre Herrschaft von Blut und Familienbanden strotzen. Leider etwas zu abgedroschen. Während mich das Buch noch bis zur Hälfte und zum ersten Höhepunkt doch fast begeistert hat – denn die Sprache beschreibt detailliert die Szenerie und die Gefühlswelt der Protagonisten – so wenig hat mich die Geschichte im Anschluss gefesselt, da klar war, dass die Liebe der beiden entgegen allen Versuchen steht, sich im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zu behaupten: Der Versuch, Spannung durch Drohgebärden, Hinterhalte oder getötete Quotentote heraufzubeschwören, scheitert dennoch fast gänzlich. Auch die familiäre Abstammungsbekundung von der schönen Sarazenin wirkt dabei nur platt.

Nichts gegen Romanzen zweier ursprünglicher Feinde – aber für meinen Geschmack schmilzt Zahirah doch nur allzu sehr von einer taffen Assassinen zu einer liebestrunkenen Frau im Sinnesrausch dahin, die sämtliche Erziehung vergisst, sobald sie ihrem Geliebten gegenüber steht. Und wie sollte es auch anders sein, erstrahlt trotz aller Turbulenz am Ende des Buches ein Happy End.

Und was mich eigentlich am meisten daran stört, was aber ja doch in die Zeit des Geschehens angesiedelt ist (und hoffentlich nur dort!), ist die Thematik der keuschen weiblichen – und vor allem unberührten – Extremschönheit, die sich in den in Liebesspielen erfahrenen, tugendhaften Adeligen verliebt, deren Beziehungen allen Widrigkeiten trotzt. Ein derartige zweipolige Figurenkonstellation entspricht definitiv nicht meinen Menschenbild – weder auf Frauen, noch auf Männer bezogen. Wenn sich das Mittelalter, das durch Buchrücken-Angaben in den Geschichten der Autorin auflebt, durch eine solche Personenkonstellation darstellt, dann frage ich mich, wo sämtliche anderen Thematiken dieser Zeit angesiedelt sind. Denn außer Schach-Spiel, was im Zuge der Kreuzzugsthematik auftaucht, erwähnten Stätten des „heiligen Landes“ sowie Schwertern und Rollenbildern gibt es für mich keinen Hinweis auf gelebtes Mittelalter.

Fazit: Wer stereotype keusche Frauenbilder und tugendhafte Mannen liebt, die im Happy-Ende zueinander finden, darf beherzt nach dem Herz des Ritters greifen. Alle anderen Menschen, die sich für Liebesgeschichte in Kreuzfahrerszeiten interessieren und auf Action und Ränkeschmiede stehen, sollten es tunlichst vermeiden zu diesem Buch zu greifen: Romanzen im Mittelalter geht auch gut anders!

geschrieben am 09.02.2014 | 529 Wörter | 3287 Zeichen

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