
| ISBN | 3862825256 | |
| Autor | Torsten Weitze | |
| Verlag | Acabus | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 408 | |
| Erscheinungsjahr | 2017 | |
| Extras | - |

In Nebula Convicto wird Detective Grayson Steel in einen Mordfall verwickelt, der den Gesetzen der Normalsterblichen trotzt. Was als nicht zu lösender Mordfall beginnt, entwickelt sich mit behender Zielstrebigkeit zu einem Himmelfahrtskommando. Dabei werden dem magieresistenten Detective selbst fĂŒr magische VerhĂ€ltnisse ungewöhnliche GefĂ€hrten zur Seite gestellt. Das Ziel der Spezialeinheit: Die EntfĂŒhrung eines Kindes aufklĂ€ren und es aus den Klauen seines EnfĂŒhrers zu reiĂen. Dabei spielen politische Eliten, antiquierte Rassenvorstellung und die Zeit gegen sie.

Das Buch beginnt mit einer RĂŒckblende: Grayson Steel, Detective in London, fragt sich, wie es dazu kommen konnte, dass er im Verhörraum sitzt. Die zeitliche Orientierung behĂ€lt die Leserschaft durch die KapitelĂŒberschriften, welche den Ort, das Datum und die Zeit angeben. Abgesehen von dieser RĂŒckblende folgt die Geschichte der Chronologie Steels.
Mit Steels anwachsendem Wissen erfĂ€hrt der Leser auch immer mehr ĂŒber die Welt, in der die Geschichte angesiedelt ist. FĂŒr mich ein klarer Pluspunkt: Zwar tritt die zur NaivitĂ€t reichende Unkenntnis Steels deutlich in den Vordergrund, aber auch der Leser hat Zeit, sich an Orte, Namen und Bezeichnungen zu gewöhnen. Dabei werden einzelne Begriffe immer mal wieder summierend als Gedanken Steels zusammengefasst. Diese Wiederholungen sind kurzweilig gestaltet und ziehen die Handlung nicht unnötig in die LĂ€nge. Mit dem Fortschreiten der Geschichte und dem Wissen um den Weltenbau gesellen sich die GefĂ€hrten Steels an seine Seite. WĂ€hrend der Autor der Lebensgeschichte und das Beziehungsgeflecht des Viererteams und der Antagonisten gebĂŒhrend Raum einrĂ€umt, werden die weitere Randfiguren skizziert. Hier wie bei Szenenbeschreibungen verliert sich der Autor nicht in Kleinteiligkeit. Die Weltenbildung lebt von ausreichend Details, um dem Leser ein inneres Bild zu ermöglichen, aber lĂ€sst genĂŒgend Freiraum fĂŒr die eigene Imagination.
Dieser kontiniuirliche fortschreitende Aufbau der Geschichte und Wissenszuwachs hat es mir ermöglicht, in die Geschichte einzutauchen, ohne von zu vielen Fachtermini erschlagen zu werden. Auch auf die Verflechtung von RealitÀt und Fiktion wird im Buch eingegangen: GÀngige fantastische Modelle (Vampire und Sonnenschein) werden analytisch von Steel hinterfragt und von seinen GefÀhrten erklÀrt.
Steel selbst wird im Buch mit seiner Lebensweise konfrontiert: Ausgehend vom einsamen Wolf ohne nennenswerte Freunde, der fĂŒr seinen Beruf lebt, erlangt er in der fantastischen Wirklichkeit einen Alleinstellungsstatus, der ihm zum gefĂ€hrlichen Feind und gefĂŒrchteten VerbĂŒndeten macht. Dabei ist der unbestechliche EinzelgĂ€nger gegenĂŒber seinen GefĂ€hrten und Auftraggebenden loyal. Gnadenlos zeigt er sich jedoch gegenĂŒber denjenigen, die ihm im Weg stehen. Dabei handelt er oft, bevor er seine Schlussfolgerungen erklĂ€rt. Mit Steel lebt der Roman von einer stereotyp angesiedelten Ermittlerfigur, die jedoch mit ausreichend Licht- und Schattenseiten gezeichnet ist, um nicht flach zu wirken. Seine Handlungen selbst sind rational nachvollziehbar.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen: die Handlung ist in sich stimmig und abgeschlossen. In der Welt sind zudem auch noch zahlreiche HandlungsspielplĂ€tze offen gelassen, um Platz fĂŒr weitere FĂ€lle fĂŒr Steel zu bieten. Wenn ich einen Schwachpunkt benennen mĂŒsste, dann der Punkt, dass in manchen Szenen einige KĂ€mpfe sehr knapp gerade noch gut ausgehen. Die auftretenden Verletzungen und Blessuren sind aber noch reversibel gestaltet. Aber wer weiĂ, wie sich das in den nĂ€chsten BĂ€nden Ă€ndern wird. Alles in allem ist der verhangene Rat von London ein gelungener Auftakt fĂŒr eine neue, kriminalistisch zu untersuchende Welt.
geschrieben am 04.05.2018 | 525 Wörter | 3261 Zeichen
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