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Beren und Lúthien


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Rezension von

Adrian Witt

Beren und Lúthien Von vielen Liebhabern des Fantasy-Genres wird John Ronald Reuel Tolkien (J.R.R. Tolkien) zu Recht als Begründer der modernen Fantasy-Literatur bezeichnet. Schließlich fesselte er mit seinen Werken wie „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ Millionen von Lesern, indem er eine einzigartige Welt samt vollständiger Mythologie und eigenen Sprachen erschuf. Die von ihm geschaffene Saga um Mittelerde war dabei seine Antwort auf die sagenumwobenen Zeit des Frühmittelalters sowie der altnordischen Mythologie und sollte den Briten einen eigenen Nationalmythos schenken. Doch von all den großen Geschichten um Mittelerde, die J.R.R. Tolkien der Nachwelt hinterlassen hat, ist die Erzählung von „Beren und Lúthien“ die wohl persönlichste, steht doch auf dem Grabstein von ihm und seiner Frau auch die Namen „Beren“ und „Luthien“ geschrieben. Während die Handlung aus „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ im sogenannten Dritten Zeitalter von Mittelerde spielt, finden sich im Silmarillion drei weitere große Erzählungen, die sich im ersten Zeitalter jener fantastischen Welt zugetragen haben. Jener Zeit, auf die die uns bekannten Helden der Gemeinschaften um den Zwergen Thorin Eichenschild und dem Hobbit Frodo Beutlin mit großer Ehrfurcht zurückblicken und die in zahllosen Lieder, Erzählungen und Geschichten immer wieder aufs Neue heraufbeschworen wird. Neben den Erzählungen über „Die Kinder Húrins“ und „Der Fall von Gondolin“, der letzten großen Elbenstadt in Mittelerde, nimmt die von „Beren und Lúthien“ eine Sonderrolle ein, da diese in erster Linie keine klassische Heldengeschichte ist, sondern vielmehr eine Liebeserklärung, die über den Tod hinausgeht. Etwa 6500 Jahre vor dem großen Krieg um den Einen Ring beobachtet Beren, ein sterblicher Mensch, Lúthien, eine unsterbliche Elbin von königlicher Abstammung, wie sie auf einer Waldlichtung tanzt. Er verliebt sich unsterblich in die lieblich anmutende Elbenprinzessin und bittet ihren Vater, obwohl die Verbindung zwischen Menschen und Elben verboten ist, um ihre Hand. Doch der Elbenfürst möchte die Beziehung seiner Tochter zu einem gewöhnlichen Menschen verhindern. Daher knüpft der König die Heirat von Beren und Lúthien an eine scheinbar unlösbare Aufgabe: Sollte es Beren gelingen, in die Festung des Feindes einzudringen und ihm einen besonderen Edelstein, einen Silmaril, aus der Eisenkrone des dunklen Morgoth stehlen, darf er Lúthien zur Frau nehmen. Trotz der Gefahr und dem sicheren Tod vor Augen nimmt Beren die Aufgabe an und macht sich auf den Weg, den Simaril für seine Liebe zu gewinnen. Und er erreicht, was all den Heeren und großen Kriegern zuvor misslungen ist: Er dringt unter großen Entbehrungen in die Festung des Feindes ein und raubt den Edelstein aus der Eisenkrone. Damit gewinnt er die Hand Lúthiens und erstmals wird Sterbliches mit Unsterblichem vermählt. Als Beren stirbt, ist Lúthien so sehr von seinem Tod erschüttert, dass sie ihm in die Hallen von Mandos, dem Schicksalsrichter der göttlichen Valar, folgt. Dort erweicht die schöne Elbenprinzessin Lúthien Mandos mit ihrem bezaubernden Gesang und geht mit ihm einen für einen Elben unvorstellbaren Handel ein: Beren erhält ein zweites Menschenleben und als Preis dafür gibt Lúthien ihre elbische Unsterblichkeit auf. Mit der Veröffentlichung von „Beren und Lúthien“ im Klett-Cotta Verlag liegt dem Leser die zweite der drei großen Geschichten des ersten Zeitalters von Mittelerde vor, das Christopher Tolkien in mühsamer Arbeit aus dem umfangreichen Nachlass seines Vaters herausgelöst hat und, zusammen mit dem Leithian Lied sowie mit zahlreichen Farbtafeln und Zeichnungen von Alan Lee versehen, einen eigenen Band widmet. Während die eigentliche Erzählung über die Liebesgeschichte zwischen Beren und Lúthien nur etwa 50 Seiten des Buches einnimmt, wird der überwiegende Teil des Werkes vom sogenannten Leithian Lied bestimmt. Ein in Paarreimen geschriebenes Heldengedicht, das ab 1925 von J.R.R. Tolkien geschrieben wurde, aber unvollendet blieb. Das in Versform geschriebene Gedicht beschreibt ebenfalls die Liebe zwischen Beren und Lúthien sowie Teile der Vorgeschichte und den Ereignissen nach der zuvor dargestellten Erzählung. Gleichzeitig verortet Christopher Tolkien die Liebesgeschichte zwischen der unsterblichen Elbenprinzessin und dem sterblichen Menschen im mythologischen Kosmos seines Vaters und zeigt auf, wie sich die eigentliche Erzählung im Laufe der Zeit kontinuierlich entwickelt hat. Zudem ermöglicht die Erzählung von „Beren und Lúthien“ einen Einblick in die Arbeitsweise von J.R.R. Tolkien, dessen Wirkungskreis noch lange nach seinem Tod durch seinen Sohn auf so wundervoller Art mit großem Engagement fortgeführt wurde. Wer sich dem Werk von J.R.R. Tolkien auseinandersetzt, weiß, dass es nicht unbedingt einfach zu erschließen ist. Dennoch dürften Leser von „Beren und Lúthien“ nicht enttäuscht werden. Denn die Ausgangsgeschichte, die man im Werk vorfindet, ist keine unbekannte Erzählung, taucht sie doch als Motiv in der Verfilmung von Peter Jackson in abgewandelter Form in der Liebe zwischen Aragorn, einem Menschen, und Arwen, einer Elbin, auf. Doch J.R.R. Tolkien erzählt mit „Beren und Lúthien“ nicht nur eine Geschichte zwischen zwei Liebenden, sondern transportiert mit ihr auch eine Art von Lebensweisheit, dass kein Opfer zu groß sollte, um sich mit der großen Liebe zu vereinen.

Von vielen Liebhabern des Fantasy-Genres wird John Ronald Reuel Tolkien (J.R.R. Tolkien) zu Recht als Begründer der modernen Fantasy-Literatur bezeichnet. Schließlich fesselte er mit seinen Werken wie „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ Millionen von Lesern, indem er eine einzigartige Welt samt vollständiger Mythologie und eigenen Sprachen erschuf. Die von ihm geschaffene Saga um Mittelerde war dabei seine Antwort auf die sagenumwobenen Zeit des Frühmittelalters sowie der altnordischen Mythologie und sollte den Briten einen eigenen Nationalmythos schenken. Doch von all den großen Geschichten um Mittelerde, die J.R.R. Tolkien der Nachwelt hinterlassen hat, ist die Erzählung von „Beren und Lúthien“ die wohl persönlichste, steht doch auf dem Grabstein von ihm und seiner Frau auch die Namen „Beren“ und „Luthien“ geschrieben.

weitere Rezensionen von Adrian Witt


Während die Handlung aus „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ im sogenannten Dritten Zeitalter von Mittelerde spielt, finden sich im Silmarillion drei weitere große Erzählungen, die sich im ersten Zeitalter jener fantastischen Welt zugetragen haben. Jener Zeit, auf die die uns bekannten Helden der Gemeinschaften um den Zwergen Thorin Eichenschild und dem Hobbit Frodo Beutlin mit großer Ehrfurcht zurückblicken und die in zahllosen Lieder, Erzählungen und Geschichten immer wieder aufs Neue heraufbeschworen wird. Neben den Erzählungen über „Die Kinder Húrins“ und „Der Fall von Gondolin“, der letzten großen Elbenstadt in Mittelerde, nimmt die von „Beren und Lúthien“ eine Sonderrolle ein, da diese in erster Linie keine klassische Heldengeschichte ist, sondern vielmehr eine Liebeserklärung, die über den Tod hinausgeht.

Etwa 6500 Jahre vor dem großen Krieg um den Einen Ring beobachtet Beren, ein sterblicher Mensch, Lúthien, eine unsterbliche Elbin von königlicher Abstammung, wie sie auf einer Waldlichtung tanzt. Er verliebt sich unsterblich in die lieblich anmutende Elbenprinzessin und bittet ihren Vater, obwohl die Verbindung zwischen Menschen und Elben verboten ist, um ihre Hand. Doch der Elbenfürst möchte die Beziehung seiner Tochter zu einem gewöhnlichen Menschen verhindern. Daher knüpft der König die Heirat von Beren und Lúthien an eine scheinbar unlösbare Aufgabe: Sollte es Beren gelingen, in die Festung des Feindes einzudringen und ihm einen besonderen Edelstein, einen Silmaril, aus der Eisenkrone des dunklen Morgoth stehlen, darf er Lúthien zur Frau nehmen. Trotz der Gefahr und dem sicheren Tod vor Augen nimmt Beren die Aufgabe an und macht sich auf den Weg, den Simaril für seine Liebe zu gewinnen. Und er erreicht, was all den Heeren und großen Kriegern zuvor misslungen ist: Er dringt unter großen Entbehrungen in die Festung des Feindes ein und raubt den Edelstein aus der Eisenkrone. Damit gewinnt er die Hand Lúthiens und erstmals wird Sterbliches mit Unsterblichem vermählt. Als Beren stirbt, ist Lúthien so sehr von seinem Tod erschüttert, dass sie ihm in die Hallen von Mandos, dem Schicksalsrichter der göttlichen Valar, folgt. Dort erweicht die schöne Elbenprinzessin Lúthien Mandos mit ihrem bezaubernden Gesang und geht mit ihm einen für einen Elben unvorstellbaren Handel ein: Beren erhält ein zweites Menschenleben und als Preis dafür gibt Lúthien ihre elbische Unsterblichkeit auf.

Mit der Veröffentlichung von „Beren und Lúthien“ im Klett-Cotta Verlag liegt dem Leser die zweite der drei großen Geschichten des ersten Zeitalters von Mittelerde vor, das Christopher Tolkien in mühsamer Arbeit aus dem umfangreichen Nachlass seines Vaters herausgelöst hat und, zusammen mit dem Leithian Lied sowie mit zahlreichen Farbtafeln und Zeichnungen von Alan Lee versehen, einen eigenen Band widmet. Während die eigentliche Erzählung über die Liebesgeschichte zwischen Beren und Lúthien nur etwa 50 Seiten des Buches einnimmt, wird der überwiegende Teil des Werkes vom sogenannten Leithian Lied bestimmt. Ein in Paarreimen geschriebenes Heldengedicht, das ab 1925 von J.R.R. Tolkien geschrieben wurde, aber unvollendet blieb. Das in Versform geschriebene Gedicht beschreibt ebenfalls die Liebe zwischen Beren und Lúthien sowie Teile der Vorgeschichte und den Ereignissen nach der zuvor dargestellten Erzählung. Gleichzeitig verortet Christopher Tolkien die Liebesgeschichte zwischen der unsterblichen Elbenprinzessin und dem sterblichen Menschen im mythologischen Kosmos seines Vaters und zeigt auf, wie sich die eigentliche Erzählung im Laufe der Zeit kontinuierlich entwickelt hat. Zudem ermöglicht die Erzählung von „Beren und Lúthien“ einen Einblick in die Arbeitsweise von J.R.R. Tolkien, dessen Wirkungskreis noch lange nach seinem Tod durch seinen Sohn auf so wundervoller Art mit großem Engagement fortgeführt wurde.

Wer sich dem Werk von J.R.R. Tolkien auseinandersetzt, weiß, dass es nicht unbedingt einfach zu erschließen ist. Dennoch dürften Leser von „Beren und Lúthien“ nicht enttäuscht werden. Denn die Ausgangsgeschichte, die man im Werk vorfindet, ist keine unbekannte Erzählung, taucht sie doch als Motiv in der Verfilmung von Peter Jackson in abgewandelter Form in der Liebe zwischen Aragorn, einem Menschen, und Arwen, einer Elbin, auf. Doch J.R.R. Tolkien erzählt mit „Beren und Lúthien“ nicht nur eine Geschichte zwischen zwei Liebenden, sondern transportiert mit ihr auch eine Art von Lebensweisheit, dass kein Opfer zu groß sollte, um sich mit der großen Liebe zu vereinen.

geschrieben am 02.12.2018 | 785 Wörter | 4584 Zeichen

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