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Wolfssaga


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Rezension von

Marc-Florian Wendland

Wolfssaga Das Leben der Wölfe – der Läufer mit den Schnellen Pfoten – im Tal der Flüsternden Winde verläuft in geregelten Bahnen solange die Wölfe sich zurück erinnern können, denn sie leben nach Waka, dem Gesetz, das sie lehrte, wie die verschiedenen Tiere friedlich im Einklang miteinander leben sollten. Doch die wölfische Idylle zerbricht schlagartig, als die Wandervögel Kunde aus dem Land Norr Norr, dem Land des ewigen Eises bringen. Sie berichten, dass ein Wolf, der größer ist als alle anderen Wölfe, sich anschickt die Welt zu erobern. Waka existiere für ihn nicht, heißt es. Nach vielen Wochen schließlich unterwirft der große Wolfe Schogar Kan das Rudel des schmächtigen Schiriki, dem schwächsten aller Wölfe. Er zwingt sie in seiner Weltordnung zu leben, einer Welt, in der niemals ein Läufer mit den Schnellen Pfoten Hunger oder Kälte erleiden soll. Doch ausgerechnet Schiriki beugt sich nicht dem Willen des Großen und so verstößt Schogar Kan Schiriki und sein Rudel. Als Streuner gehetzt von den Wächtern und Jägern des Rudel Zahllos, flüchten die Wölfe vom Tal der Flüsternden Winde nach Süden, um in das Land Nitakama zu gelangen, dem Land, in dem immer die Sonne scheint. Auf ihrer gefahrenvollen Reise durch schneebedeckte Schrofen und eisigen Schründen, durch ödes Steppenland bis zur sandigen Hogala – der Wüste -, lernen die Wölfe aus dem Norden die Lebensart ihrer Artgenossen im Süden kennen. Und als alle sich bereits an das Leben der Hogala gewöhnt hatten, ist es ausgerechnet der schmächtige Schiriki, der sich die scheinbar unlösbare Aufgabe stellt, dem Norden Waka zurückzubringen. Wird er Schogar Kan die Stirn bieten können...? Als ich „Wolfssaga“ zum ersten Mal in den Händen hielt – im Alter von 15 – schlug ich mich tapfer bis zur 30. Seite. Zu langatmig und detailliert erschienen mir damals die Beschreibungen von Käthe Recheis. Nun, nach 12 Jahren des eigenen Reifens habe ich den Roman regelrecht verschlungen. Wie kam nun diese komplett andere Wahrnehmung? Ich versuche es in Worte zu fassen: Käthe Recheis kann schreiben - und vor allem beschreiben. Ihre Landschaften und Gegenden leben in Farbe und dichter Atmosphäre. Während ich mit den Wölfen nach Süden wanderte, fühlte ich mich in das Europa des Mittelalters versetzt: zunächst im waldigen Norden, dann über die Alpen in warmes, steppenartiges Gebiet und schließlich bis hin zur Wüste, der Sahara. Dabei schildert die Autorin ausführlich – gelegentlich vielleicht zu ausführlich – wie die Wölfe die jeweilige Gegend in Besitz nehmen, wie sie ihr Revier entdecken und sich nach der Lebensweise Waka richten. All diese Beschreibung, die herrlichen Schilderungen haben mich regelrecht in ihren Bann gezogen. Die interessanten und irgendwie „menschlichen“ – aber nicht zu menschlichen – Charaktere der Wölfe haben mir gut gefallen. Besonders das Sozialleben der stolzen Tiere hat die Autorin gut herüber gebracht. Wenn ab der Mitte des Buches die Wölfe der Hogala hinzu stoßen, erfährt die Geschichten einen neuen Schwung, den ich so nicht erwartet hatte. „Wolfssaga“ stellt Käthe Recheis Warnruf an den Raubbau der Menschen und den unbedachten Umgang mit der Natur dar, so tituliert es jedenfalls der Einband. Zudem empfand ich außerdem den blinden Gehorsam verurteilt, den es unter anderem im Dritten Reich gegeben hatte. Die Wölfe unterwerfen sich einem Starken (Mann), akzeptieren die Neuordnung ihrer Gesellschaft und folgen dem Weg ihres Führers, koste es sie auch das Leben. Dies beschreibt die Autorin gekonnt und nicht zu aufdringlich, so dass der Bogen zum Dritten Reich nicht offensichtlich sondern nur zwischen den Zeilen geschlagen wird. Daher ist das Buch nicht unbedingt für zu junges Publikum gedacht. Ich kann dem Buch nur zwei kleine Mängel zuschreiben. Zum einem verwendet die Autorin für ihren Häher – einem Freund der Wölfe – fast ununterbrochen das Wort „schäkern“ (ein Synonymwörterbuch hätte geholfen), zum anderen war das gut eingefädelte Finale der tollen, spannenden Geschichte nicht gerecht geworden. Ich hätte mir ein bisschen mehr Aktion gewünscht, aber die Autorin blieb dem Erzählstil treu und hielt den Showdown zwischen Schiriki und Schogar Kan betont subtil. Gleichzeitig möchte ich betonen, dass Leser, die entweder noch nicht reif für eine unterschwellig erzählte Geschichte sind oder keine Affinität zu ausführlich Beschreibungen besitzen, die Geschichte womöglich als langweilig empfinden. Mir erging es nicht anders als ich 15 war. Alles in allem ist das Buch „Wolfssaga“ jedoch jedem zu empfehlen, der Hunde bzw. Wölfe mag und einfach eine schön erzählte Geschichte ohne Menschen mit tief greifenden, aber gut verdeckten Analogien zu heutigem (oder vergangenem) menschlichen Fehlverhalten und deren Konsquenzen lesen möchte. Getreu dem Motto: Eine Geschichte ist eine Geschichte ist eine Geschichte – die erzählt werden will - und Käthe Recheis erzählt sie mit voller Leidenschaft.

Das Leben der Wölfe – der Läufer mit den Schnellen Pfoten – im Tal der Flüsternden Winde verläuft in geregelten Bahnen solange die Wölfe sich zurück erinnern können, denn sie leben nach Waka, dem Gesetz, das sie lehrte, wie die verschiedenen Tiere friedlich im Einklang miteinander leben sollten. Doch die wölfische Idylle zerbricht schlagartig, als die Wandervögel Kunde aus dem Land Norr Norr, dem Land des ewigen Eises bringen. Sie berichten, dass ein Wolf, der größer ist als alle anderen Wölfe, sich anschickt die Welt zu erobern. Waka existiere für ihn nicht, heißt es.

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Nach vielen Wochen schließlich unterwirft der große Wolfe Schogar Kan das Rudel des schmächtigen Schiriki, dem schwächsten aller Wölfe. Er zwingt sie in seiner Weltordnung zu leben, einer Welt, in der niemals ein Läufer mit den Schnellen Pfoten Hunger oder Kälte erleiden soll.

Doch ausgerechnet Schiriki beugt sich nicht dem Willen des Großen und so verstößt Schogar Kan Schiriki und sein Rudel. Als Streuner gehetzt von den Wächtern und Jägern des Rudel Zahllos, flüchten die Wölfe vom Tal der Flüsternden Winde nach Süden, um in das Land Nitakama zu gelangen, dem Land, in dem immer die Sonne scheint. Auf ihrer gefahrenvollen Reise durch schneebedeckte Schrofen und eisigen Schründen, durch ödes Steppenland bis zur sandigen Hogala – der Wüste -, lernen die Wölfe aus dem Norden die Lebensart ihrer Artgenossen im Süden kennen.

Und als alle sich bereits an das Leben der Hogala gewöhnt hatten, ist es ausgerechnet der schmächtige Schiriki, der sich die scheinbar unlösbare Aufgabe stellt, dem Norden Waka zurückzubringen. Wird er Schogar Kan die Stirn bieten können...?

Als ich „Wolfssaga“ zum ersten Mal in den Händen hielt – im Alter von 15 – schlug ich mich tapfer bis zur 30. Seite. Zu langatmig und detailliert erschienen mir damals die Beschreibungen von Käthe Recheis. Nun, nach 12 Jahren des eigenen Reifens habe ich den Roman regelrecht verschlungen. Wie kam nun diese komplett andere Wahrnehmung? Ich versuche es in Worte zu fassen:

Käthe Recheis kann schreiben - und vor allem beschreiben. Ihre Landschaften und Gegenden leben in Farbe und dichter Atmosphäre. Während ich mit den Wölfen nach Süden wanderte, fühlte ich mich in das Europa des Mittelalters versetzt: zunächst im waldigen Norden, dann über die Alpen in warmes, steppenartiges Gebiet und schließlich bis hin zur Wüste, der Sahara. Dabei schildert die Autorin ausführlich – gelegentlich vielleicht zu ausführlich – wie die Wölfe die jeweilige Gegend in Besitz nehmen, wie sie ihr Revier entdecken und sich nach der Lebensweise Waka richten. All diese Beschreibung, die herrlichen Schilderungen haben mich regelrecht in ihren Bann gezogen.

Die interessanten und irgendwie „menschlichen“ – aber nicht zu menschlichen – Charaktere der Wölfe haben mir gut gefallen. Besonders das Sozialleben der stolzen Tiere hat die Autorin gut herüber gebracht. Wenn ab der Mitte des Buches die Wölfe der Hogala hinzu stoßen, erfährt die Geschichten einen neuen Schwung, den ich so nicht erwartet hatte.

„Wolfssaga“ stellt Käthe Recheis Warnruf an den Raubbau der Menschen und den unbedachten Umgang mit der Natur dar, so tituliert es jedenfalls der Einband. Zudem empfand ich außerdem den blinden Gehorsam verurteilt, den es unter anderem im Dritten Reich gegeben hatte. Die Wölfe unterwerfen sich einem Starken (Mann), akzeptieren die Neuordnung ihrer Gesellschaft und folgen dem Weg ihres Führers, koste es sie auch das Leben. Dies beschreibt die Autorin gekonnt und nicht zu aufdringlich, so dass der Bogen zum Dritten Reich nicht offensichtlich sondern nur zwischen den Zeilen geschlagen wird. Daher ist das Buch nicht unbedingt für zu junges Publikum gedacht.

Ich kann dem Buch nur zwei kleine Mängel zuschreiben. Zum einem verwendet die Autorin für ihren Häher – einem Freund der Wölfe – fast ununterbrochen das Wort „schäkern“ (ein Synonymwörterbuch hätte geholfen), zum anderen war das gut eingefädelte Finale der tollen, spannenden Geschichte nicht gerecht geworden. Ich hätte mir ein bisschen mehr Aktion gewünscht, aber die Autorin blieb dem Erzählstil treu und hielt den Showdown zwischen Schiriki und Schogar Kan betont subtil.

Gleichzeitig möchte ich betonen, dass Leser, die entweder noch nicht reif für eine unterschwellig erzählte Geschichte sind oder keine Affinität zu ausführlich Beschreibungen besitzen, die Geschichte womöglich als langweilig empfinden. Mir erging es nicht anders als ich 15 war.

Alles in allem ist das Buch „Wolfssaga“ jedoch jedem zu empfehlen, der Hunde bzw. Wölfe mag und einfach eine schön erzählte Geschichte ohne Menschen mit tief greifenden, aber gut verdeckten Analogien zu heutigem (oder vergangenem) menschlichen Fehlverhalten und deren Konsquenzen lesen möchte. Getreu dem Motto: Eine Geschichte ist eine Geschichte ist eine Geschichte – die erzählt werden will - und Käthe Recheis erzählt sie mit voller Leidenschaft.

geschrieben am 14.09.2006 | 757 Wörter | 4146 Zeichen

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