
| ISBN | 3442267927 | |
| Buchreihe | Buch der Seelen Trilogie | |
| Autor | Anna Kendall | |
| Verlag | Blanvalet | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 384 | |
| Erscheinungsjahr | 2011 | |
| Extras | - |

Von klein auf kann Roger Killbourne den Pfad der Seelen betreten und auf ihm ins Reich der Toten reisen. Warum, weiß er nicht, aber seine Gabe stellt eine große Gefahr dar. Denn sein böser Onkel und Ersatzvater ist nur der Erste auf der Liste der Leute, die diese Fähigkeit für ihre eigenen Zwecke nutzen wollen. Um sich selbst zu retten, ergreift er die erste Möglichkeit zur Flucht, nachdem er – mehr durch Zufall, als durch einen Geistesblitz – entkommen konnte, und landet als Wäscherin im Schloss des Königinnenreichs. Doch auch dort kommen seine Fähigkeiten ans Licht und die Tochter der Königin, die den Thron für sich beanspruchen will, macht ihn zu ihrem persönlichen Hofnarr – und das obwohl Roger wirklich nicht der Lustigste ist.

Die Geschichte über den Jungen, der die Welt der Toten betreten kann, ist düster und von Gewalt geprägt. Schon allein der Übergang zwischen den Welten, der Roger durch ein Grab – mit Würmern, Erde und allem was sonst noch dazu gehört – führt.
Im Vergleich zu anderen düsteren Fantasyromanen ist „Der Pfad der Seelen“ zunächst einmal eher harmlos. Es ist das erste Buch einer Reihe von Anna Kendall, die mit dem Jungen, der zwischen den Welten wandeln kann, eine nicht ganz neue Idee aufgreift und ihr ihre eigene Note verleiht. Dem Buch etwas Neues eigenes zu geben, gelingt ihr auch sehr gut. Ansonsten kann das Buch leider nicht ganz halten, was die Idee der Geschichte verspricht. Auf den sehr schnellen Einstieg in die Geschichte, folgt ein Teil, der wie eine viel zu lange Einleitung und Hinführung zur eigentlichen Geschichte wirkt. Roger flieht vor seinem Onkel und seiner Tante, kommt durch Zufall ins Schloss, wird Wäscherin, Hofnarr...
Die Geschichte läuft ruhig vor sich hin, ohne dass etwas sehr Überraschendes geschieht und auch im Bezug auf Rogers „Gabe“ erfährt man kaum Neues – da helfen auch ein Königinnenmord, einige Intrigen und ein bisschen Kannibalismus nichts.
Erst im letzten Drittel kommt noch einmal Leben beziehungsweise Tod und damit auch Dramatik in die Geschichte. Das Ende dann hat dann die Autorin sehr geschickt und sehr gekonnt geschrieben. Die aufgebaute Spannung lässt den nächsten Roman der Reihe in greifbare Nähe rücken und sogar die bisherigen Schwachpunkte vergessen. Man will einfach wissen wie es weiter geht.
Die Charaktere im Buch wirken stellenweise recht farblos. Roger schwankt zwischen dummer-weinerlicher-Junge und plötzlichen Erkenntnissen über die großen Zusammenhänge der Bösen Welt und den Verwirrungen, in die er verstrickt ist. Zu einem richtiger Held – der Drachen tötet, Jungfrauen rettet, oder zumindest irgendetwas Gutes richtig macht – wird er in diesem Band nicht. Die anderen Personen reihen sich hinter ihm ein und auch sie wirken irgendwie flach und detaillos.
Den Leser mit Gewalt und grausamen Szenen zu schocken, gelingt der Autorin nicht ganz und trotz der guten Ideen kommt das Buch lange nicht in Fahrt. Erst das Ende verschafft dem Leser noch genügend Spannung aufzubauen, um den nächsten Band schmackhaft zu machen.
geschrieben am 03.05.2012 | 486 Wörter | 2608 Zeichen
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