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Das BuchMarktBuch


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Rezension von

Lesefreund

Das BuchMarktBuch Dass man als Arbeitender seine Haut zu Markte trägt, ist kein ungewöhnliches Phänomen. Doch dass ein Autor sein Werk zu Markte tragen soll, ist ein merkantiles Gebot, dass nicht wenigen Kulturschaffenden als Zumutung erscheint. In der Debatte um die Freiheit der Kunst bzw. die Freiheit der Kultur wurden immer wieder die verschiedenensten Ansichten geäußert. Sicher, der Kreative braucht Raum, doch er braucht ebenso jemanden, der sich um den Absatz seiner Produkte kümmert. Auch die Schäfchen des Dichters wollen schließlich ins Trockene gebracht werden - oder zumindest ins Trockenere. Ein Blick in die Geschichte mag dies zeigen. So finden wir um Christi Geburt den römischen Dichter Horaz mit einem Landgut beschenkt, das ihm Unabhängigkeit und Unterkunft sichert. Im frühen 13. Jahrhundert ruft der deutsche Dichter und Lyriker Walther von der Vogelweide nach langen Wanderjahren euphorisch aus, dass er nun endlich sein Lehen habe - ebenfalls ein kleines Gut als ständige Bleibe aus Gönnerhand. Und noch Schiller ringt immer wieder mit dem lieben Geld, um endlich einmal ungestört seinem Dichter-Handwerk nachgehen zu können - und sei es auch nur für ein einige Jahre. Der heutige Literaturbetrieb kennt natürlich die eine oder andere Gefälligkeit für den einen oder anderen Dichter. Doch im Ganzen gesehen lebt ein zeitgenössischer Schriftsteller bzw. Autor vor allem von seinem Erfolg am Markt. Seine Werke müssen sich verkaufen (können). Dies verschafft ihm auf der einen Seite ein hohes Maß an Selbstbestimmung; ist er doch nicht mehr an einzelne Machthaber gebunden, sondern vielmehr einem Publikum verpflichtet. Auf der anderen Seite kostet ihn seine Unabhängigkeit zumeist einiges Geld: Er ist häufig eher schlecht als recht bezahlt und gehört statistisch gesehen zu einer Gruppe mit vergleichsweise niedrigem Einkommen - wenn man die Einkünfte eines Autors überhaupt als Einkommen im herkömmlichen Sinn bezeichnen kann. Soweit der Einzelne. Denn in dem über 400 Seiten starken Band von Schütz finden sich nicht nur Einträge, die allein klassische (Literatur-)Begriffe wie Autor, Honorar oder Urheberrecht behandeln, sondern auch solche, die Neueres und Neuestes zum Thema Buch erläutern - etwa das Merchandising, das Controlling oder schlichtweg das Internet. Die Veränderungen der jüngsten Zeit haben auch im Buchmarkt ihre Spuren hinterlassen. So ist beispielsweise der Umsatz seit einigen Jahren rückläufig, und die Talsohle möglicherweise noch nicht durchschritten. Wer die in der Regel drei- bis vierseitigen Artikel von Schütz' Nachschlagewerk liest, braucht sich nicht an eine lineare Abfolge zu halten. Am Ende der jeweiligen Einträge finden sich nämlich nicht nur thematische Querverweise auf verwandte (Schlüssel-)Begriffe, sondern häufig auch eine Mini-Bibliographie zum jeweiligen Thema, die eine kleine Auswahl an Fachtiteln bereithält. Am Ende des Bandes ist auf knapp zehn Seiten noch einmal eine Gesamt-Bibliographie aufgeführt, samt einem Register der erläuterten Begriffe sowie einer Auflistung und knappen Beschreibung der über 50 Beiträger zu diesem Buch. Das BuchMarktBuch ist also im besten Sinne ein Gemeinschaftswerk, das seine Leser in puncto Fundiertheit und Aktualität der Informationen überzeugen kann. Wer sich für das Buch und seinen Markt samt dessen Eigentümlichkeiten und den nicht immer klaren Gesetzmäßigkeiten interessiert oder sogar selbst etwas veröffentlichen möchte, dem sei dieses Buch als Handreichung zur Information und Selbstklärung ausdrücklich empfohlen. Man wird die Dinge danach sicherlich etwas nüchterner sehen, aber dafür wird man sie schließlich auch tatsächlich sehen und besser einschätzen können.

Dass man als Arbeitender seine Haut zu Markte trägt, ist kein ungewöhnliches Phänomen. Doch dass ein Autor sein Werk zu Markte tragen soll, ist ein merkantiles Gebot, dass nicht wenigen Kulturschaffenden als Zumutung erscheint.

In der Debatte um die Freiheit der Kunst bzw. die Freiheit der Kultur wurden immer wieder die verschiedenensten Ansichten geäußert. Sicher, der Kreative braucht Raum, doch er braucht ebenso jemanden, der sich um den Absatz seiner Produkte kümmert. Auch die Schäfchen des Dichters wollen schließlich ins Trockene gebracht werden - oder zumindest ins Trockenere.

Ein Blick in die Geschichte mag dies zeigen. So finden wir um Christi Geburt den römischen Dichter Horaz mit einem Landgut beschenkt, das ihm Unabhängigkeit und Unterkunft sichert. Im frühen 13. Jahrhundert ruft der deutsche Dichter und Lyriker Walther von der Vogelweide nach langen Wanderjahren euphorisch aus, dass er nun endlich sein Lehen habe - ebenfalls ein kleines Gut als ständige Bleibe aus Gönnerhand. Und noch Schiller ringt immer wieder mit dem lieben Geld, um endlich einmal ungestört seinem Dichter-Handwerk nachgehen zu können - und sei es auch nur für ein einige Jahre.

Der heutige Literaturbetrieb kennt natürlich die eine oder andere Gefälligkeit für den einen oder anderen Dichter. Doch im Ganzen gesehen lebt ein zeitgenössischer Schriftsteller bzw. Autor vor allem von seinem Erfolg am Markt. Seine Werke müssen sich verkaufen (können). Dies verschafft ihm auf der einen Seite ein hohes Maß an Selbstbestimmung; ist er doch nicht mehr an einzelne Machthaber gebunden, sondern vielmehr einem Publikum verpflichtet. Auf der anderen Seite kostet ihn seine Unabhängigkeit zumeist einiges Geld: Er ist häufig eher schlecht als recht bezahlt und gehört statistisch gesehen zu einer Gruppe mit vergleichsweise niedrigem Einkommen - wenn man die Einkünfte eines Autors überhaupt als Einkommen im herkömmlichen Sinn bezeichnen kann. Soweit der Einzelne.

Denn in dem über 400 Seiten starken Band von Schütz finden sich nicht nur Einträge, die allein klassische (Literatur-)Begriffe wie Autor, Honorar oder Urheberrecht behandeln, sondern auch solche, die Neueres und Neuestes zum Thema Buch erläutern - etwa das Merchandising, das Controlling oder schlichtweg das Internet. Die Veränderungen der jüngsten Zeit haben auch im Buchmarkt ihre Spuren hinterlassen. So ist beispielsweise der Umsatz seit einigen Jahren rückläufig, und die Talsohle möglicherweise noch nicht durchschritten.

Wer die in der Regel drei- bis vierseitigen Artikel von Schütz' Nachschlagewerk liest, braucht sich nicht an eine lineare Abfolge zu halten. Am Ende der jeweiligen Einträge finden sich nämlich nicht nur thematische Querverweise auf verwandte (Schlüssel-)Begriffe, sondern häufig auch eine Mini-Bibliographie zum jeweiligen Thema, die eine kleine Auswahl an Fachtiteln bereithält.

Am Ende des Bandes ist auf knapp zehn Seiten noch einmal eine Gesamt-Bibliographie aufgeführt, samt einem Register der erläuterten Begriffe sowie einer Auflistung und knappen Beschreibung der über 50 Beiträger zu diesem Buch.

Das BuchMarktBuch ist also im besten Sinne ein Gemeinschaftswerk, das seine Leser in puncto Fundiertheit und Aktualität der Informationen überzeugen kann.

Wer sich für das Buch und seinen Markt samt dessen Eigentümlichkeiten und den nicht immer klaren Gesetzmäßigkeiten interessiert oder sogar selbst etwas veröffentlichen möchte, dem sei dieses Buch als Handreichung zur Information und Selbstklärung ausdrücklich empfohlen. Man wird die Dinge danach sicherlich etwas nüchterner sehen, aber dafür wird man sie schließlich auch tatsächlich sehen und besser einschätzen können.

geschrieben am 06.08.2007 | 527 Wörter | 3136 Zeichen

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Rezension von

Bibi Blocksberg

Das BuchMarktBuch Dieses Buch könnte man auch sehr gut als Lexikon beschreiben. Von A wie Absatz bis Z wie Zwischenbuchhandel erläutert es in alphabetischer Reihenfolge alle Grundbegriffe des Literaturbetriebs. Dennoch sollte erwähnt werden, dass es weit über die normale Lexikondefinition der Begriffe hinausgeht. Mehr dient diese Einteilung dazu, alles Wichtige über das Medium Buch kompakt zu vermitteln. Und das ist gelungen. Neben einer kurzen und knappen Definition des eigentlichen Begriffs, erfährt der Leser – oder eher der Nachschlagende – alles, was es zu diesem Punkt des Literaturbetriebs zu wissen gibt. Unter Buchdruck findet man also nicht nur die Definition und eine kurze Erwähnung des Namens Gutenberg, sondern nach einer allgemeinen Definition auch einen Abriss der gesamten Buchdrucksgeschichte. Trotz des umfangreichen Wissens, dass dieses Buch vermittelt, ist es den Autoren gelungen ein noch kompaktes Taschenbuch auf den Markt zu bringen, dass sich also schon allein äußerlich von vielen Standartwerken dieses Bereichs abgrenzt. Egal ob Buchhändler, Literaturstudent oder Verlagsmitarbeiter. Dieses Buch sollte jeder im Schrank stehen haben, der sich in irgendeiner Form mit Literatur beschäftigt.

Dieses Buch könnte man auch sehr gut als Lexikon beschreiben. Von A wie Absatz bis Z wie Zwischenbuchhandel erläutert es in alphabetischer Reihenfolge alle Grundbegriffe des Literaturbetriebs.

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rezensiert seit
Buchtitel
4
12.09.2015

Dennoch sollte erwähnt werden, dass es weit über die normale Lexikondefinition der Begriffe hinausgeht. Mehr dient diese Einteilung dazu, alles Wichtige über das Medium Buch kompakt zu vermitteln. Und das ist gelungen.

Neben einer kurzen und knappen Definition des eigentlichen Begriffs, erfährt der Leser – oder eher der Nachschlagende – alles, was es zu diesem Punkt des Literaturbetriebs zu wissen gibt. Unter Buchdruck findet man also nicht nur die Definition und eine kurze Erwähnung des Namens Gutenberg, sondern nach einer allgemeinen Definition auch einen Abriss der gesamten Buchdrucksgeschichte.

Trotz des umfangreichen Wissens, dass dieses Buch vermittelt, ist es den Autoren gelungen ein noch kompaktes Taschenbuch auf den Markt zu bringen, dass sich also schon allein äußerlich von vielen Standartwerken dieses Bereichs abgrenzt.

Egal ob Buchhändler, Literaturstudent oder Verlagsmitarbeiter. Dieses Buch sollte jeder im Schrank stehen haben, der sich in irgendeiner Form mit Literatur beschäftigt.

geschrieben am 28.07.2011 | 171 Wörter | 1034 Zeichen

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