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Shogun


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Rezension von

Philipp Schaefer

Shogun Shogun ist ein Roman von James Clavell, der im zweiten Weltkrieg auf Seiten der Briten gegen Japan kämpfte und dabei in Gefangenschaft geriet. Nachdem er diese überlebte begann er Romane zu schreiben, die in der Geschichte oder Gegenwart südostasiatischer Staaten spielen. In dem Fall dieses Romans ist es das feudale Japan im Jahr 1600. Die jeweils obersten Militärgeneräle (shogun) waren in dieser Zeit die Machthaber, die ihre Macht nach und nach dem Kaiser (tenno) abgerungen hatten. Gleichzeitig waren die ersten Beziehungen zu europäischen Mächten (im Speziellen den Portugiesen) entstanden, die im Zuge ihrer Entdeckungsreisen auf den Inselstaat trafen. Im folgenden ein kurzer Abriss zum Hintergrund der Erzählung. Ein Militärgeneral bäuerlicher Herkunft, der mit dem Titel \'taiko\' Japan regiert hat, setzt kurz vor seinem Tod einen so genannten Regentschaftsrat bestehend aus fünf wichtigen Regionalfeudalherren (daimyo) ein. Diese wählt er so, dass sie zwar gemeinsam in der Lage sind Japan unter ihrer Kontrolle zu halten, sich gegenseitig jedoch überhaupt nicht mögen, sodass es kaum zu Einigungen kommen kann, die die Nachfolge durch den Erben verhindern könnten. An der Küste eines Verbündeten eines der Regentschaftsräte strandet der englische Seemann John Blackthorne eines mit den Resten der Besatzung eines holländischen Kaperschiffes, welches das Ziel hatte (mit vier anderen Schiffen) Kolonien der Portugiesen und Spanier zu plündern und brandschatzen. Damit treffen zwei grundverschiedene Kulturen aufeinander, wobei die Beschreibung des gegenseitigen Kennenlernens in meinen Augen den großen Reiz dieses Buches ausmacht. Dieses Aufeinandertreffen wird einerseits durch die Gedanken einiger wichtiger Charaktere auf japanischer Seite beschrieben, die viel Kontakt mit der Hauptperson John Blackthorn haben, durch dessen Gedanken wiederum der Leser das Kennen lernen aus der anderen Richtung mitbekommt. Die Annäherung passiert hierbei jedoch mehr von der Seite des Gestrandeten aus, wohl vor allem da dieser als Einzelner in einem fremden Land gar nicht darum herumkommt sich anzupassen. Dabei gewöhnt er sich mit der Zeit an die andere Kultur, wenn er sie auch nicht uneingeschränkt annimmt. Teilweise sieht er Vorteile gegenüber dem ihm Bekannten, wie beispielsweise die Hygiene, der hier viel mehr Bedeutung beigemessen wird, als in seinem Herkunftsland England zu dieser Zeit. Andere Dinge jedoch wie die Einstellung der Japaner gegenüber dem Tod bleiben ihm bis zum Schluss befremdlich. In dem Roman geht es erzähltechnisch vor allem um den Zwist zwischen den beiden Regentschaftsratsmitgliedern Ishido und Toranaga, wobei ersterer in der scheinbar besseren Position ist. Der Hauptcharakter jedoch strandet im Herrschaftsgebiet des letzteren und spielt im Laufe der Geschichte eine immer wichtigere Rolle in dem Intrigenspiel zwischen den Beiden ohne jedoch selbst große Kontrolle darüber zu haben. Der Autor hat es erfolgreich geschafft, die Welt immer sehr real und lebhaft wirken zu lassen. Vor allem der viele Gebrauch von Dialogen und Gesprächen setzt dies um, wobei Clavell die Personen dabei Dinge in den verschiedensten Sprachen - neben dem Japanischen noch im Englischen, Portugisischen, Holländischen, Spanischen und in Latein - sagen lässt. Aber auch die sehr detaillierte Beschreibung der für Blackthorn neuen Umgebung, die dieser wahrnimmt und dabei kennen lernt, tragen dazu bei. Am Anfang des Buches befindet sich eine zwei Seiten große Karte, die einen groben aber ausreichenden Überblick der Lage aller Handlungsorte bietet. Leider begann sich am Buchrücken der Einband trotz pfleglicher Behandlung leicht zu Wellen. In diesem Buch wird von James Clavell eine teilweise vergangene Kultur, die dem durchschnittlichen Europäer auch heute absolut fremd ist, in vielen ihrer Facetten auf eine sehr verständliche und anregende Art und Weise detailreich Beschrieben. Leser die sich für die Kultur Japans interessieren, werden hier Unmengen an Stoff in einer ansprechenden Form verpackt vorfinden. Aber auch gerade andere finden vielleicht mit Shogun den Einstieg in eben dieses Interesse über eine beeindruckend andere Gesellschaftsform.

Shogun ist ein Roman von James Clavell, der im zweiten Weltkrieg auf Seiten der Briten gegen Japan kämpfte und dabei in Gefangenschaft geriet. Nachdem er diese überlebte begann er Romane zu schreiben, die in der Geschichte oder Gegenwart südostasiatischer Staaten spielen.

weitere Rezensionen von Philipp Schaefer

#
rezensiert seit
Buchtitel
1
30.05.2006
2
09.03.2006
3
16.11.2005
4
28.07.2005
5
19.12.2004

In dem Fall dieses Romans ist es das feudale Japan im Jahr 1600. Die jeweils obersten Militärgeneräle (shogun) waren in dieser Zeit die Machthaber, die ihre Macht nach und nach dem Kaiser (tenno) abgerungen hatten. Gleichzeitig waren die ersten Beziehungen zu europäischen Mächten (im Speziellen den Portugiesen) entstanden, die im Zuge ihrer Entdeckungsreisen auf den Inselstaat trafen.

Im folgenden ein kurzer Abriss zum Hintergrund der Erzählung. Ein Militärgeneral bäuerlicher Herkunft, der mit dem Titel \'taiko\' Japan regiert hat, setzt kurz vor seinem Tod einen so genannten Regentschaftsrat bestehend aus fünf wichtigen Regionalfeudalherren (daimyo) ein. Diese wählt er so, dass sie zwar gemeinsam in der Lage sind Japan unter ihrer Kontrolle zu halten, sich gegenseitig jedoch überhaupt nicht mögen, sodass es kaum zu Einigungen kommen kann, die die Nachfolge durch den Erben verhindern könnten.

An der Küste eines Verbündeten eines der Regentschaftsräte strandet der englische Seemann John Blackthorne eines mit den Resten der Besatzung eines holländischen Kaperschiffes, welches das Ziel hatte (mit vier anderen Schiffen) Kolonien der Portugiesen und Spanier zu plündern und brandschatzen. Damit treffen zwei grundverschiedene Kulturen aufeinander, wobei die Beschreibung des gegenseitigen Kennenlernens in meinen Augen den großen Reiz dieses Buches ausmacht.

Dieses Aufeinandertreffen wird einerseits durch die Gedanken einiger wichtiger Charaktere auf japanischer Seite beschrieben, die viel Kontakt mit der Hauptperson John Blackthorn haben, durch dessen Gedanken wiederum der Leser das Kennen lernen aus der anderen Richtung mitbekommt. Die Annäherung passiert hierbei jedoch mehr von der Seite des Gestrandeten aus, wohl vor allem da dieser als Einzelner in einem fremden Land gar nicht darum herumkommt sich anzupassen. Dabei gewöhnt er sich mit der Zeit an die andere Kultur, wenn er sie auch nicht uneingeschränkt annimmt. Teilweise sieht er Vorteile gegenüber dem ihm Bekannten, wie beispielsweise die Hygiene, der hier viel mehr Bedeutung beigemessen wird, als in seinem Herkunftsland England zu dieser Zeit. Andere Dinge jedoch wie die Einstellung der Japaner gegenüber dem Tod bleiben ihm bis zum Schluss befremdlich.

In dem Roman geht es erzähltechnisch vor allem um den Zwist zwischen den beiden Regentschaftsratsmitgliedern Ishido und Toranaga, wobei ersterer in der scheinbar besseren Position ist. Der Hauptcharakter jedoch strandet im Herrschaftsgebiet des letzteren und spielt im Laufe der Geschichte eine immer wichtigere Rolle in dem Intrigenspiel zwischen den Beiden ohne jedoch selbst große Kontrolle darüber zu haben.

Der Autor hat es erfolgreich geschafft, die Welt immer sehr real und lebhaft wirken zu lassen. Vor allem der viele Gebrauch von Dialogen und Gesprächen setzt dies um, wobei Clavell die Personen dabei Dinge in den verschiedensten Sprachen - neben dem Japanischen noch im Englischen, Portugisischen, Holländischen, Spanischen und in Latein - sagen lässt. Aber auch die sehr detaillierte Beschreibung der für Blackthorn neuen Umgebung, die dieser wahrnimmt und dabei kennen lernt, tragen dazu bei.

Am Anfang des Buches befindet sich eine zwei Seiten große Karte, die einen groben aber ausreichenden Überblick der Lage aller Handlungsorte bietet. Leider begann sich am Buchrücken der Einband trotz pfleglicher Behandlung leicht zu Wellen.

In diesem Buch wird von James Clavell eine teilweise vergangene Kultur, die dem durchschnittlichen Europäer auch heute absolut fremd ist, in vielen ihrer Facetten auf eine sehr verständliche und anregende Art und Weise detailreich Beschrieben. Leser die sich für die Kultur Japans interessieren, werden hier Unmengen an Stoff in einer ansprechenden Form verpackt vorfinden. Aber auch gerade andere finden vielleicht mit Shogun den Einstieg in eben dieses Interesse über eine beeindruckend andere Gesellschaftsform.

geschrieben am 16.11.2005 | 602 Wörter | 3573 Zeichen

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