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Alles Licht, das wir nicht sehen


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Rezension von

Ragan Tanger

Alles Licht, das wir nicht sehen Wer lesen will, soll das hier lesen Kommt ja auch nicht so oft vor, dass ein Buch - egal welcher Couleur - mit einem Zitat von Joseph Goebbels einleitet. Und doch hat es in diesem Fall Sinn und führt nicht nur thematisch in die Zeit des braunen Schreckens ein, in dem eine Geschichte über ein blindes französisches Mädchen und einen deutschen Jungen im besetzten Frankreich ein Kleinod menschlicher Würde und Liebenswürdigkeit bietet. Anthony Doerr ist Historiker, stammt aus Celeveland, Ohio und hat sich mit diesem Werk den Pulitzerpreis redlich verdient. Er schreibt genial. Und ohne Pausen. Mit wenig Kommas. Dafür mit Leidenschaft. Und Verve. Er gliedert seine Kapitel, gibt den einzelnen Abschnitten Überschriften und ist doch weit weg von jener akademischen Blasiertheit und Überkorrektheit. Stattdessen trumpft er mit längst vergessener Poesie, mit Bildern und Metaphern auf. Genau so, wie es sich für einen Pageturner und Schriftsteller von Rang gehört. Das Ambiente ist allzu tief ins menschliche Kollektivgedächtnis eingedrungen, die Geschichte erfunden und doch real. August 1944, Bomben fallen im französischen Saint-Malo. Es treffen sich die 16jährige blinde Marie-Laure LeBlanc und der als Soldat stationierte Waisenjunge Werner Hausner. Das Schicksal der Zerstörung und Bedrohung eint sie und Doerr nimmt beide mit auf einen Reise der Gegenseitigkeit und Mitmenschlichkeit. Dass es in diesem Buch mit den verschiedenen Erzählperspektiven (nämlich derjenigen der beiden Protagonisten) so gut klappt, hat viel mit dem Wesen dieses Werkes zu tun. Nämlich der unabdingbaren Freiheit des Einzelnen, der sich einerseits nach individuellen Glücksansprüchen sehnt, andererseits aber ohne die kooperative Ader des Menschen nicht überlebensfähig wäre. Wer eine solch große Empathie besitzt, wie der Autor, ist auch in der Lage diesen sonst so verschwenderisch genutzten erzählerischen Modus gekonnt einzuführen. Wer lesen will, soll Gutes, Kraftvolles und Bewegendes goutieren. Wer dies hier nicht findet, der soll nicht lesen. Das Buch trifft den Punkt, den Nerv, das Herz. Einfach alles. Rundum großartig.

Wer lesen will, soll das hier lesen

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Kommt ja auch nicht so oft vor, dass ein Buch - egal welcher Couleur - mit einem Zitat von Joseph Goebbels einleitet. Und doch hat es in diesem Fall Sinn und führt nicht nur thematisch in die Zeit des braunen Schreckens ein, in dem eine Geschichte über ein blindes französisches Mädchen und einen deutschen Jungen im besetzten Frankreich ein Kleinod menschlicher Würde und Liebenswürdigkeit bietet.

Anthony Doerr ist Historiker, stammt aus Celeveland, Ohio und hat sich mit diesem Werk den Pulitzerpreis redlich verdient. Er schreibt genial. Und ohne Pausen. Mit wenig Kommas. Dafür mit Leidenschaft. Und Verve. Er gliedert seine Kapitel, gibt den einzelnen Abschnitten Überschriften und ist doch weit weg von jener akademischen Blasiertheit und Überkorrektheit. Stattdessen trumpft er mit längst vergessener Poesie, mit Bildern und Metaphern auf. Genau so, wie es sich für einen Pageturner und Schriftsteller von Rang gehört.

Das Ambiente ist allzu tief ins menschliche Kollektivgedächtnis eingedrungen, die Geschichte erfunden und doch real. August 1944, Bomben fallen im französischen Saint-Malo. Es treffen sich die 16jährige blinde Marie-Laure LeBlanc und der als Soldat stationierte Waisenjunge Werner Hausner. Das Schicksal der Zerstörung und Bedrohung eint sie und Doerr nimmt beide mit auf einen Reise der Gegenseitigkeit und Mitmenschlichkeit. Dass es in diesem Buch mit den verschiedenen Erzählperspektiven (nämlich derjenigen der beiden Protagonisten) so gut klappt, hat viel mit dem Wesen dieses Werkes zu tun. Nämlich der unabdingbaren Freiheit des Einzelnen, der sich einerseits nach individuellen Glücksansprüchen sehnt, andererseits aber ohne die kooperative Ader des Menschen nicht überlebensfähig wäre. Wer eine solch große Empathie besitzt, wie der Autor, ist auch in der Lage diesen sonst so verschwenderisch genutzten erzählerischen Modus gekonnt einzuführen.

Wer lesen will, soll Gutes, Kraftvolles und Bewegendes goutieren. Wer dies hier nicht findet, der soll nicht lesen. Das Buch trifft den Punkt, den Nerv, das Herz. Einfach alles. Rundum großartig.

geschrieben am 22.07.2015 | 309 Wörter | 1803 Zeichen

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