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Far Cry: Blutige Diamanten


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Frank Drehmel

Far Cry: Blutige Diamanten Entgegen meinen Gepflogenheiten übernehme ich Teile des Werbe-Textes des Backcovers, da er erstens alles Wichtige der Handlung abschließend zusammenfasst (die Namen der Nicht-Paula-Protagonisten kann man sich getrost schenken) und ich mir zweitens nicht zu viele Gedanken über das Elend machen möchte. An Bord eines Flugzeugs über Zentralafrika befindet sich die junge Tierärztin Paula. Mit ihr fliegt ein düsteres Geheimnis, das Tausende von Menschen in der bürgerkriegsgeplagten Region den Tod oder aber die Hoffnung auf ein besseres Leben bringen könnte. Gehetzt von den skrupellosen Söldnertruppen rivalisierender Warlords eines ausgebluteten Landes, muss Paula um ihr nacktes Überleben kämpfen. Bis sie schließlich den Spieß umdreht und aus der Beute die Jägerin wird. Ich habe es versucht! Neger-Ehrenwort! Weiter als bis Seite 72 bin ich nicht gekommen. Ab da begann das große Quer-Lesen. Dieses Buch setzt geradezu Maßstäbe, was die Qualität deutscher Romane betrifft. Schlechter als “Far Cry 2 - Blutige Diamanten” ist kaum vorstellbar, jedenfalls für einen normal sozialisierten Nicht-Soziopathen: Grausamkeiten, Gemetzel, Sterben Töten, Vergewaltigen und der leere Raum dazwischen auf möglichst simple Art und Weise gefüllt mit uninspirierten Fakten, Binsenweisheiten und Plattitüden. Eine erwähnenswerte und - vor allem - plausible Handlung sucht man ebenso vergeblich wie sympathische Charaktere oder wenigsten Figuren, mit denen man sich identifizieren kann. Die einzigen Emotionen, die Bhatty im Leser auszulösen im Stande scheint, sind Ekel angesichts der sinnlosen, plakativen Gewalt, Verachtung für die psychotischen und/oder psychopathischen Protagonisten sowie Langeweile ob solcher Aussagen wie, “Der Löwe reißt nur, was er zum Leben braucht!”. Vermutet hat man Letzteres ja schon, aber gut, dass es noch mal erwähnt wird. Zudem scheint der Autor den Durchschnittsleser für einen phantasielosen Idioten zu halten, von dem er annimmt, man müsse ihm deutlich mehr als einmal die Folgen des Handelns der Charaktere explizit darlegen nach dem Motto, “Wenn ich furze, stinkt es. Wenn es stinkt, kann es der Feind riechen! Wenn es der Feind riecht, weiß er, dass ich hier bin! Wenn er weiß, dass ich hier bin, wird er mich töten. Also töte ich ihn zuerst und furze dann in aller Ruhe”. Dass Bhatty über solcherlei Erläutern von Banalem und Trivialem das Geschichte-Erzählen vergisst, ist ein wesentlicher Grund dafür, dass dem Leser weder Figuren noch das politisch brisante Grundthema um die Blut-Diamanten auch nur ein Fitzelchen nahe gehen, zumal man dem Autor zu keinem Zeitpunkt der Geschichte irgendwelche aufklärerischen Ambitionen abnimmt. Die zweifellos unmenschlichen Lebensbedingungen in Teilen Afrikas verkommen zur bloßen Kulisse, vor der sich gewaltgeile Voyeure einen von der Palme schütteln können. Einen pikanten Unterton erhält dieses vor Brutalität triefende und den Rachegedanken propagierende Machwerk dadurch, dass Bhatty auf seiner Homepage eine besondere Kennzeichnung für inhaltlich “fragwürdige” Computerspiele anmahnt, dort von kulturellen und ethischen Kontexten oder oberster Verantwortung für Inhalte faselt und im gleichen Atemzug einen Roman wie “Far Cry 2” fabriziert, den jeder 10-Jährige ohne Einschränkungen erwerben darf. Hey! Das nenn ich Glaubwürdigkeit! Fazit: Will ich mir schenken! Und Ihr schenkt euch diese todlangweilige Gewaltorgie! Abgemacht?

Entgegen meinen Gepflogenheiten übernehme ich Teile des Werbe-Textes des Backcovers, da er erstens alles Wichtige der Handlung abschließend zusammenfasst (die Namen der Nicht-Paula-Protagonisten kann man sich getrost schenken) und ich mir zweitens nicht zu viele Gedanken über das Elend machen möchte.

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An Bord eines Flugzeugs über Zentralafrika befindet sich die junge Tierärztin Paula. Mit ihr fliegt ein düsteres Geheimnis, das Tausende von Menschen in der bürgerkriegsgeplagten Region den Tod oder aber die Hoffnung auf ein besseres Leben bringen könnte.

Gehetzt von den skrupellosen Söldnertruppen rivalisierender Warlords eines ausgebluteten Landes, muss Paula um ihr nacktes Überleben kämpfen. Bis sie schließlich den Spieß umdreht und aus der Beute die Jägerin wird.

Ich habe es versucht! Neger-Ehrenwort! Weiter als bis Seite 72 bin ich nicht gekommen. Ab da begann das große Quer-Lesen. Dieses Buch setzt geradezu Maßstäbe, was die Qualität deutscher Romane betrifft. Schlechter als “Far Cry 2 - Blutige Diamanten” ist kaum vorstellbar, jedenfalls für einen normal sozialisierten Nicht-Soziopathen: Grausamkeiten, Gemetzel, Sterben Töten, Vergewaltigen und der leere Raum dazwischen auf möglichst simple Art und Weise gefüllt mit uninspirierten Fakten, Binsenweisheiten und Plattitüden.

Eine erwähnenswerte und - vor allem - plausible Handlung sucht man ebenso vergeblich wie sympathische Charaktere oder wenigsten Figuren, mit denen man sich identifizieren kann. Die einzigen Emotionen, die Bhatty im Leser auszulösen im Stande scheint, sind Ekel angesichts der sinnlosen, plakativen Gewalt, Verachtung für die psychotischen und/oder psychopathischen Protagonisten sowie Langeweile ob solcher Aussagen wie, “Der Löwe reißt nur, was er zum Leben braucht!”. Vermutet hat man Letzteres ja schon, aber gut, dass es noch mal erwähnt wird.

Zudem scheint der Autor den Durchschnittsleser für einen phantasielosen Idioten zu halten, von dem er annimmt, man müsse ihm deutlich mehr als einmal die Folgen des Handelns der Charaktere explizit darlegen nach dem Motto, “Wenn ich furze, stinkt es. Wenn es stinkt, kann es der Feind riechen! Wenn es der Feind riecht, weiß er, dass ich hier bin! Wenn er weiß, dass ich hier bin, wird er mich töten. Also töte ich ihn zuerst und furze dann in aller Ruhe”.

Dass Bhatty über solcherlei Erläutern von Banalem und Trivialem das Geschichte-Erzählen vergisst, ist ein wesentlicher Grund dafür, dass dem Leser weder Figuren noch das politisch brisante Grundthema um die Blut-Diamanten auch nur ein Fitzelchen nahe gehen, zumal man dem Autor zu keinem Zeitpunkt der Geschichte irgendwelche aufklärerischen Ambitionen abnimmt. Die zweifellos unmenschlichen Lebensbedingungen in Teilen Afrikas verkommen zur bloßen Kulisse, vor der sich gewaltgeile Voyeure einen von der Palme schütteln können.

Einen pikanten Unterton erhält dieses vor Brutalität triefende und den Rachegedanken propagierende Machwerk dadurch, dass Bhatty auf seiner Homepage eine besondere Kennzeichnung für inhaltlich “fragwürdige” Computerspiele anmahnt, dort von kulturellen und ethischen Kontexten oder oberster Verantwortung für Inhalte faselt und im gleichen Atemzug einen Roman wie “Far Cry 2” fabriziert, den jeder 10-Jährige ohne Einschränkungen erwerben darf. Hey! Das nenn ich Glaubwürdigkeit!

Fazit: Will ich mir schenken! Und Ihr schenkt euch diese todlangweilige Gewaltorgie! Abgemacht?

geschrieben am 30.05.2008 | 482 Wörter | 2920 Zeichen

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