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Fernöstliche Klassiker: 6 Bände im Schuber


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Rezension von

Adrian Witt

Fernöstliche Klassiker: 6 Bände im Schuber Wer sich das erste Mal mit Autoren der Weltliteratur befasst, stößt bei seinen Recherchen schnell auf antike Großmeister wie Aristoteles, Homer, Solon oder Platon. Ihre mittelalterlichen Vertreter wie Hartmann von Aue, Neidhart oder Wolfram von Eschenbach sind dagegen nur wenigen bekannt. Dies ändert sich jedoch mit Beginn der Neuzeit schlagartig, als mit der Erfindung des Buchdrucks viele der uns heute bekannten Weltliteraten breite Bevölkerungsschichten erreichen konnten. Zu ihnen zählen Autoren wie William Shakespeare, Mark Twain oder Charles Dickens, die Gebrüder Grimm, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller sowie jüngere Vertreter wie Thomas Mann, Heinrich Böll, Bertolt Brecht und J. R. R. Tolkien. Sie alle vereint die Liebe zum geschriebenen Wort. Doch während mehrheitlich westliche Autoren der Weltliteratur zugeordnet werden, fällt der östliche Teil der literaturschaffenden Welt, der Orient und insbesondere Asien, kaum ins Gewicht. Dabei sind gerade hier einige der bemerkenswertesten und bedeutsamsten Schriften der Menschheit entstanden. Zu den wohl bekanntesten zählen Werke wie die Tora des Judentums, die Bibel des Christentums und der Koran des Islam, die durch das alte Testament vereint sind. Sechs weitere große Werke, von denen jede einzelne von herausragender Bedeutung für die Menschheit ist, da sie ganze Generationen geprägt und zudem auch Einfluss auf die westliche Welt genommen haben, sind erst kürzlich im Schuber als „Fernöstliche Klassiker“ im Nikol-Verlag erschienen. Zu den sechs fernöstlichen Werken gehören „Die Kunst des Krieges“ von Sunzi, „Fünf Ringe“ von Miyamoto Musashi, „Hagakure – Die Weisheit der Samurai“ von Yamamoto Tsunetomo, „Bushido – Die Seele Japans“ von Inazo Nitobe, „Gespräche“ von Konfuzius sowie „Tao Te King“ von Laotse die nachfolgend kurz vorgestellt werden sollen: „Die Kunst des Krieges“ von Sunzi: Sunzi, oft auch Sun Tzu genannt, war ein chinesischer General, Militärstratege und Philosoph, der von etwa 544 v. Chr. bis vermutlich 496 v. Chr. im chinesischen Staate Wu lebte. Über sein Leben ist nur wenig bekannt, aber sein Buch „Die Kunst des Krieges“ gilt nicht nur als das früheste verschriftlichte Zeugnis über militärische Strategie, sondern auch als das derzeit meistzitierte Werk der strategischen Militärführung im heutigen Wirtschaftsleben. Denn die über 2500 Jahre alten Thesen, 68 an der Zahl, die sich diesem Buch entnehmen lassen, gelten gerade in Managerkreisen als ein Leitfaden für die Personalführung, unternehmerische Strategie und der Menschenkenntnis. Zudem vermitteln diese auch gesellschaftliche und psychologische Grundkenntnisse, die auch noch heute von Relevanz sind. Ob nun im Rahmen einer hitzigen Diskussion, im Wettstreit mehrerer Unternehmen um Marktanteile oder zum Thema Merger & Acquisition – das Meisterwerk „Die Kunst des Krieges“ schärft die eigenen geistigen Fähigkeiten und hilft dabei komplexe Situationen schnell und sicher einzuschätzen und auf diese entsprechend zu reagieren. Oder wie der Autor seine heutige Leserschaft aus Kreisen des Militärs und der Wirtschaft sinngemäß darauf hinzuweisen vermag: „Kenne deine Feinde!“ „Fünf Ringe“ von Miyamoto Musashi: Miyamoto Musashi (1584 - 1645) gilt heute als einer der größten Schwertkämpfer aller Zeiten und repräsentiert wie wohl kein anderer Krieger seiner Zeit die Hochzeit der japanischen Samurai-Ära. Sein Vermächtnis, das Buch der „Fünf Ringe“ gilt heute als Grundlagenwerk der Schwertkunst und ist zugleich eine klassische Anleitung für strategisches Handeln. Denn seiner Erkenntnis nach ist nicht die Technik entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung von Zielen, sondern die innere Haltung, geprägt durch Entspannung, Offenheit und Klugheit des Herzens. Vordergründig handelt das Buch der „Fünf Ringe“ von den Strategien und Taktiken, die jedem Samurai als Grundlage dienen, um aus einer Schlacht siegreich hervorzugehen. Doch die Lehre des Miyamoto Musashi zielt, angelehnt an die fünf Wege des Buddhismus (Erde, Wasser, Feuer, Wind und Leere), über das Geschriebene hinaus und lehrt Fähigkeiten, die auch für Nicht-Schwertkämpfer von Bedeutung sind: Disziplin, Ruhe und Gelassenheit im Angesicht einer Herausforderung. Der Korpus des Weges der Strategie ist Wissen. Ziel ist es, alle Umstände zu kennen, als seien sie auf einer Landkarte aufgemalt. Das zweite Buch ist das des Wassers. Wasser passt seine Form dem Gefäß an: es ist klar und durchsichtig. In diesem Buch wird Klarheit vermittelt. Bezwingt man seinen Feind im Schwertkampf, ist es dasselbe, als ob man jeden besiegt. Der Stratege macht kleine Dinge zu Großen. Das dritte Buch, dass des Feuer, handelt vom Kampf. Feuer ist heiß, egal ob klein oder groß. Ebenso ist es egal, ob man gegen einen Gegner kämpft oder eine ganze Armee. Das Buch des Windes beschäftigt sich nicht mit der Kampfschule Musashis, sondern mit der von anderen. Deshalb wird es auch das Buch der Tradition genannt. Es ist schwer sich zu kennen, wenn man die anderen nicht kennt. Das letzte Buch, ist das Buch der Leere mit den Dingen, die keinen Anfang und kein Ende haben. Denn der Weg der Strategie ist wie der Weg der Natur. Wenn man die Natur kennt, ihre Kraft und ihren Rhythmus, kann man auch seinen Gegner im Einklang mit der Natur bezwingen. „Hagakure – Die Weisheit der Samurai“ von Yamamoto Tsunetomo: Wenn der Herr (Daimyo) eines Samurai stirbt, folgt er der Tradition nach zu Ehren des Toten (Junshi) nach und begeht Selbstmord (Seppuku). Doch nach dem Tod des Fürsten Mitsushige im Jahr 1700 bleibt dem Samurai Yamamoto Tsunetomo die rituelle Selbsttötung aufgrund des vorherigen Verbots durch seinen Fürsten verwehrt. Aus diesem Grund entschied sich Yamamoto für ein Leben als Zen-Mönch und soll, so heißt es, dem Schreiber Tashiro Tsuramoto zwischen 1710 und 1716 das Werk „Hagakure“ diktiert haben. „Hinter den Blättern“, wie das Buch auf Deutsch heißt, ist als spiritueller Webweiser zu verstehen, der auch gut 300 Jahre nach seiner Niederschrift immer noch die Kraft hat, seine Leser zu fesseln. In kurzen Kapiteln vermittelt das „Hagakure“ Wahrheiten, die noch immer Gültigkeit haben: Es liest sich als ein Leitfaden für strategisches Handeln und den Umgang mit Macht und Karriere. Ähnlich wie „Die Kunst des Krieges“ zeigt es den Weg zu Entschlossenheit und Loyalität und schärft zudem Verstand und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Bushido – Die Seele Japans“ von Inazo Nitobe: Inazo Nitobe (1862 - 1933) nahm sich aufgrund einer schweren Krankheit im Jahr 1899 die Zeit, sein Buch „Bushido – Die Seele Japans“ zu schreiben. In diesem wollte er der Nachwelt berichten, wie er die moralischen Grundsätze seiner Gesellschaft und dem Samurai-Clan, dem er entstammte, erlernt hatte. Da er dem Christentum nahe stand und viel auf Reisen war, konnte er Vergleiche zwischen den europäischen Kulturen, der Literatur und dem Christentum ziehen. In seinem Buch, das wie kein zweites das kulturhistorische Erbe des japanischen Volkes repräsentiert, beschreibt der Autor den über die Jahrhunderte entwickelten Verhaltens- und Ehrenkodex des Samurai-Kriegers, dem auch noch heute viele aus Politik und Wirtschaft nachzueifern versuchen. In 17 ausführlich beschriebenen Kapiteln zeigt Inazo Nitobe, was man unter einem Samurai versteht und räumt zudem mit vielen Klischees auf, welche Zeitgenossen offenbar von den Japanern hatten. Das Werk gibt nicht nur tiefe Einblicke in das Leben der Samurai vergangener Zeiten, sondern liefert dem Leser wertvolle Hinweise zum Verständnis japanischer Lebensart und Denkweise, die noch heute in dieser Form anzutreffen und nicht zwingend auf den Kriegerstand beschränkt sind. Im Mittepunkt von „Bushido“ stehen sieben Tugenden, die eine wichtige Rolle im Selbstverständnis vieler Samurai spielten: „Gi“ - Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit, „Yu“ - Mut, „Jin“ - Menschlichkeit, „Rei“ - Höflichkeit, „Makoto“ - Wahrheit, „Meiyo“ - Ehrbewusstsein und „Chugi“ - Loyalität und Pflichtbewusstsein. Zudem lassen sich dem Werk fünf Hauptforderungen entnehmen, die auch unter dem Begriff Dojokun erfasst sind. Hierzu zählen Treue, Höflichkeit, Tapferkeit, Offenheit und Aufrichtigkeit sowie Einfachheit. „Gespräche“ von Kunfuzius: Niemand, der sich mit dem alten China beschäftigen will, kann sich der Persönlichkeit des Konfuzius entziehen, jener vielgerühmter Philosoph, der wie kein zweiter durch die Jahrtausende hinweg für einen Großteil des chinesischen Volkes als das erstrebenswerte Ideal der menschlichen Ordnung gilt. Denn der Einfluss seiner Lehren auf die ganze ostasiatische Welt hat sich bis heute erhalten, und ebenso ist das sittliche Ideal, das er in seinem Leben von vermutlich 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. entstehen ließ, ein solches, das mit den Lehren der großen Weltreligionen gleichzusetzen ist. Die „Gespräche“ oder Analekten des Konfuzius (Sammlung von Zitaten) zählt zu den dreizehn großen Klassiker der kanonischen konfuzianischen chinesischen Literatur und stellen die Beschreibung des konfuzianischen Idealmenschen und Anleitungen zur persönlichen Charakterentwicklung dar. Sie sind somit als eine Zusammenfassung des Konfuzianismus zu verstehen, der auf vier Grundlagen aufbaut: Humanität, Rechtschaffenheit, Kindespietät und Riten. „Tao Te King“ von Laotse: Was wir von dem Verfasser jener Sammlung von Spruchkapiteln unter dem Namen „Tao Te King“ wissen, ist so wenig, dass man ihn und sein Werk im Gebiet der Mythenbildung einen Platz anwies. Der Name Laotse, unter dem er in der westlichen Welt bekannt ist, ist eigentlich kein Eigenname, sondern ein Appellativum und wird am besten mit „der Alte“ übersetzt. Laotse stammt wohl aus der heutigen chinesischen Provinz Honan, der südlichsten der sogenannten Nordprovinzen und mag wohl ein gutes halbes Jahrhundert vor Konfuzius gewirkt haben, sodass seine Geburt ans das Ende des 7. vorchristlichen Jahrhunderts datiert wird. Sein Wert „Tao Te King“ beinhaltet eine humanistische Staatslehre, die die Befreiung von Gewalt und Armut sowie die dauerhafte Etablierung eines ganzheitlichen harmonischen Zusammenlebens und letztlich den Weltfrieden zum Ziel hat. Das Werk gilt als die Gründungsschrift des Daoismus, einer chinesischen Philosophie und Weltanschauung.

Wer sich das erste Mal mit Autoren der Weltliteratur befasst, stößt bei seinen Recherchen schnell auf antike Großmeister wie Aristoteles, Homer, Solon oder Platon. Ihre mittelalterlichen Vertreter wie Hartmann von Aue, Neidhart oder Wolfram von Eschenbach sind dagegen nur wenigen bekannt. Dies ändert sich jedoch mit Beginn der Neuzeit schlagartig, als mit der Erfindung des Buchdrucks viele der uns heute bekannten Weltliteraten breite Bevölkerungsschichten erreichen konnten. Zu ihnen zählen Autoren wie William Shakespeare, Mark Twain oder Charles Dickens, die Gebrüder Grimm, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller sowie jüngere Vertreter wie Thomas Mann, Heinrich Böll, Bertolt Brecht und J. R. R. Tolkien.

Sie alle vereint die Liebe zum geschriebenen Wort. Doch während mehrheitlich westliche Autoren der Weltliteratur zugeordnet werden, fällt der östliche Teil der literaturschaffenden Welt, der Orient und insbesondere Asien, kaum ins Gewicht. Dabei sind gerade hier einige der bemerkenswertesten und bedeutsamsten Schriften der Menschheit entstanden. Zu den wohl bekanntesten zählen Werke wie die Tora des Judentums, die Bibel des Christentums und der Koran des Islam, die durch das alte Testament vereint sind. Sechs weitere große Werke, von denen jede einzelne von herausragender Bedeutung für die Menschheit ist, da sie ganze Generationen geprägt und zudem auch Einfluss auf die westliche Welt genommen haben, sind erst kürzlich im Schuber als „Fernöstliche Klassiker“ im Nikol-Verlag erschienen. Zu den sechs fernöstlichen Werken gehören „Die Kunst des Krieges“ von Sunzi, „Fünf Ringe“ von Miyamoto Musashi, „Hagakure – Die Weisheit der Samurai“ von Yamamoto Tsunetomo, „Bushido – Die Seele Japans“ von Inazo Nitobe, „Gespräche“ von Konfuzius sowie „Tao Te King“ von Laotse die nachfolgend kurz vorgestellt werden sollen:

„Die Kunst des Krieges“ von Sunzi:

Sunzi, oft auch Sun Tzu genannt, war ein chinesischer General, Militärstratege und Philosoph, der von etwa 544 v. Chr. bis vermutlich 496 v. Chr. im chinesischen Staate Wu lebte. Über sein Leben ist nur wenig bekannt, aber sein Buch „Die Kunst des Krieges“ gilt nicht nur als das früheste verschriftlichte Zeugnis über militärische Strategie, sondern auch als das derzeit meistzitierte Werk der strategischen Militärführung im heutigen Wirtschaftsleben. Denn die über 2500 Jahre alten Thesen, 68 an der Zahl, die sich diesem Buch entnehmen lassen, gelten gerade in Managerkreisen als ein Leitfaden für die Personalführung, unternehmerische Strategie und der Menschenkenntnis. Zudem vermitteln diese auch gesellschaftliche und psychologische Grundkenntnisse, die auch noch heute von Relevanz sind. Ob nun im Rahmen einer hitzigen Diskussion, im Wettstreit mehrerer Unternehmen um Marktanteile oder zum Thema Merger & Acquisition – das Meisterwerk „Die Kunst des Krieges“ schärft die eigenen geistigen Fähigkeiten und hilft dabei komplexe Situationen schnell und sicher einzuschätzen und auf diese entsprechend zu reagieren. Oder wie der Autor seine heutige Leserschaft aus Kreisen des Militärs und der Wirtschaft sinngemäß darauf hinzuweisen vermag: „Kenne deine Feinde!“

„Fünf Ringe“ von Miyamoto Musashi:

Miyamoto Musashi (1584 - 1645) gilt heute als einer der größten Schwertkämpfer aller Zeiten und repräsentiert wie wohl kein anderer Krieger seiner Zeit die Hochzeit der japanischen Samurai-Ära. Sein Vermächtnis, das Buch der „Fünf Ringe“ gilt heute als Grundlagenwerk der Schwertkunst und ist zugleich eine klassische Anleitung für strategisches Handeln. Denn seiner Erkenntnis nach ist nicht die Technik entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung von Zielen, sondern die innere Haltung, geprägt durch Entspannung, Offenheit und Klugheit des Herzens. Vordergründig handelt das Buch der „Fünf Ringe“ von den Strategien und Taktiken, die jedem Samurai als Grundlage dienen, um aus einer Schlacht siegreich hervorzugehen. Doch die Lehre des Miyamoto Musashi zielt, angelehnt an die fünf Wege des Buddhismus (Erde, Wasser, Feuer, Wind und Leere), über das Geschriebene hinaus und lehrt Fähigkeiten, die auch für Nicht-Schwertkämpfer von Bedeutung sind: Disziplin, Ruhe und Gelassenheit im Angesicht einer Herausforderung. Der Korpus des Weges der Strategie ist Wissen. Ziel ist es, alle Umstände zu kennen, als seien sie auf einer Landkarte aufgemalt. Das zweite Buch ist das des Wassers. Wasser passt seine Form dem Gefäß an: es ist klar und durchsichtig. In diesem Buch wird Klarheit vermittelt. Bezwingt man seinen Feind im Schwertkampf, ist es dasselbe, als ob man jeden besiegt. Der Stratege macht kleine Dinge zu Großen. Das dritte Buch, dass des Feuer, handelt vom Kampf. Feuer ist heiß, egal ob klein oder groß. Ebenso ist es egal, ob man gegen einen Gegner kämpft oder eine ganze Armee. Das Buch des Windes beschäftigt sich nicht mit der Kampfschule Musashis, sondern mit der von anderen. Deshalb wird es auch das Buch der Tradition genannt. Es ist schwer sich zu kennen, wenn man die anderen nicht kennt. Das letzte Buch, ist das Buch der Leere mit den Dingen, die keinen Anfang und kein Ende haben. Denn der Weg der Strategie ist wie der Weg der Natur. Wenn man die Natur kennt, ihre Kraft und ihren Rhythmus, kann man auch seinen Gegner im Einklang mit der Natur bezwingen.

„Hagakure – Die Weisheit der Samurai“ von Yamamoto Tsunetomo:

Wenn der Herr (Daimyo) eines Samurai stirbt, folgt er der Tradition nach zu Ehren des Toten (Junshi) nach und begeht Selbstmord (Seppuku). Doch nach dem Tod des Fürsten Mitsushige im Jahr 1700 bleibt dem Samurai Yamamoto Tsunetomo die rituelle Selbsttötung aufgrund des vorherigen Verbots durch seinen Fürsten verwehrt. Aus diesem Grund entschied sich Yamamoto für ein Leben als Zen-Mönch und soll, so heißt es, dem Schreiber Tashiro Tsuramoto zwischen 1710 und 1716 das Werk „Hagakure“ diktiert haben. „Hinter den Blättern“, wie das Buch auf Deutsch heißt, ist als spiritueller Webweiser zu verstehen, der auch gut 300 Jahre nach seiner Niederschrift immer noch die Kraft hat, seine Leser zu fesseln. In kurzen Kapiteln vermittelt das „Hagakure“ Wahrheiten, die noch immer Gültigkeit haben: Es liest sich als ein Leitfaden für strategisches Handeln und den Umgang mit Macht und Karriere. Ähnlich wie „Die Kunst des Krieges“ zeigt es den Weg zu Entschlossenheit und Loyalität und schärft zudem Verstand und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

„Bushido – Die Seele Japans“ von Inazo Nitobe:

Inazo Nitobe (1862 - 1933) nahm sich aufgrund einer schweren Krankheit im Jahr 1899 die Zeit, sein Buch „Bushido – Die Seele Japans“ zu schreiben. In diesem wollte er der Nachwelt berichten, wie er die moralischen Grundsätze seiner Gesellschaft und dem Samurai-Clan, dem er entstammte, erlernt hatte. Da er dem Christentum nahe stand und viel auf Reisen war, konnte er Vergleiche zwischen den europäischen Kulturen, der Literatur und dem Christentum ziehen. In seinem Buch, das wie kein zweites das kulturhistorische Erbe des japanischen Volkes repräsentiert, beschreibt der Autor den über die Jahrhunderte entwickelten Verhaltens- und Ehrenkodex des Samurai-Kriegers, dem auch noch heute viele aus Politik und Wirtschaft nachzueifern versuchen. In 17 ausführlich beschriebenen Kapiteln zeigt Inazo Nitobe, was man unter einem Samurai versteht und räumt zudem mit vielen Klischees auf, welche Zeitgenossen offenbar von den Japanern hatten. Das Werk gibt nicht nur tiefe Einblicke in das Leben der Samurai vergangener Zeiten, sondern liefert dem Leser wertvolle Hinweise zum Verständnis japanischer Lebensart und Denkweise, die noch heute in dieser Form anzutreffen und nicht zwingend auf den Kriegerstand beschränkt sind. Im Mittepunkt von „Bushido“ stehen sieben Tugenden, die eine wichtige Rolle im Selbstverständnis vieler Samurai spielten: „Gi“ - Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit, „Yu“ - Mut, „Jin“ - Menschlichkeit, „Rei“ - Höflichkeit, „Makoto“ - Wahrheit, „Meiyo“ - Ehrbewusstsein und „Chugi“ - Loyalität und Pflichtbewusstsein. Zudem lassen sich dem Werk fünf Hauptforderungen entnehmen, die auch unter dem Begriff Dojokun erfasst sind. Hierzu zählen Treue, Höflichkeit, Tapferkeit, Offenheit und Aufrichtigkeit sowie Einfachheit.

„Gespräche“ von Kunfuzius:

Niemand, der sich mit dem alten China beschäftigen will, kann sich der Persönlichkeit des Konfuzius entziehen, jener vielgerühmter Philosoph, der wie kein zweiter durch die Jahrtausende hinweg für einen Großteil des chinesischen Volkes als das erstrebenswerte Ideal der menschlichen Ordnung gilt. Denn der Einfluss seiner Lehren auf die ganze ostasiatische Welt hat sich bis heute erhalten, und ebenso ist das sittliche Ideal, das er in seinem Leben von vermutlich 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. entstehen ließ, ein solches, das mit den Lehren der großen Weltreligionen gleichzusetzen ist. Die „Gespräche“ oder Analekten des Konfuzius (Sammlung von Zitaten) zählt zu den dreizehn großen Klassiker der kanonischen konfuzianischen chinesischen Literatur und stellen die Beschreibung des konfuzianischen Idealmenschen und Anleitungen zur persönlichen Charakterentwicklung dar. Sie sind somit als eine Zusammenfassung des Konfuzianismus zu verstehen, der auf vier Grundlagen aufbaut: Humanität, Rechtschaffenheit, Kindespietät und Riten.

„Tao Te King“ von Laotse:

Was wir von dem Verfasser jener Sammlung von Spruchkapiteln unter dem Namen „Tao Te King“ wissen, ist so wenig, dass man ihn und sein Werk im Gebiet der Mythenbildung einen Platz anwies. Der Name Laotse, unter dem er in der westlichen Welt bekannt ist, ist eigentlich kein Eigenname, sondern ein Appellativum und wird am besten mit „der Alte“ übersetzt. Laotse stammt wohl aus der heutigen chinesischen Provinz Honan, der südlichsten der sogenannten Nordprovinzen und mag wohl ein gutes halbes Jahrhundert vor Konfuzius gewirkt haben, sodass seine Geburt ans das Ende des 7. vorchristlichen Jahrhunderts datiert wird. Sein Wert „Tao Te King“ beinhaltet eine humanistische Staatslehre, die die Befreiung von Gewalt und Armut sowie die dauerhafte Etablierung eines ganzheitlichen harmonischen Zusammenlebens und letztlich den Weltfrieden zum Ziel hat. Das Werk gilt als die Gründungsschrift des Daoismus, einer chinesischen Philosophie und Weltanschauung.

geschrieben am 14.10.2018 | 1490 Wörter | 8703 Zeichen

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